15. 11. 2007: Höhere Preise auch am Vertragsmarkt

Höhere Preise auch am Vertragsmarkt

Die starke Nachfrage nach Freihopfen ist ungebrochen. Daran wird sich nichts mehr ändern. Preise werden individuell geboten. Der Handel gibt keine offiziellen Freihopfenpreise mehr bekannt. Bei Taurus und Herkules liegen sie über 20 Euro/kg. Alphareiche Aromahopfen sind auch hoch im Kurs.

Der höchste Freihopfenpreis aller Zeiten hat auch auf den Vertragsmarkt durchgeschlagen. So werden über die Jahre abgestufte Preise geboten, z. B. für Taurus 8,10 Euro/kg für 2008, 5,90 Euro/kg für 2009 und 5,10 Euro/kg für 2010. Verträge bis 2012 sind ebenso zu haben. Es ist zu raten, das Preisniveau für die Jahre 2010 bis 2012 so hoch wie möglich anzustreben. Für 2008 wird der Freihopfen noch einen sehr guten Preis halten können (mind. 10 Euro/kg). Diese Einbußen im Vertrag müssen aber durch längerfristig überdurchschnittliche, mehr als Kosten deckende Preise ausgeglichen werden. Der Hopfenmarktbericht Nr. 9 des Verbands deutscher Hopfenpflanzer e.V. enthält weitere Vertragsnotierungen. Auch hier ist bis Februar nicht mit einer Verschlechterung der Konditionen zu rechnen. Dann entscheidet das Einlegeverhalten der USA über den Markt 2008.

Eduard Kastner


Der Markt wird immer enger - Preise steigen weiter
Auch im "offiziellen" Hopfenmarkt-Telegramm der Firma Joh. Barth & Sohn bestätigt das Handelshaus das weltweite Alphadefizit um die 1000 to. Die US-Ernte sei noch stärker eingebrochen als zunächst angenommen.
Trotz Flächenausdehnung (Barth zitiert 557 ha, doch wir können von 900 - 1000 ha ausgehen) brachte 2007 eine um 300 to Alpha geringere Ernte. Werden die Verträge dort überhaupt erfüllt?
So bringt der Verband Deutscher Hopfenpflanzer im Hopfenmarktbericht Nr. 8 völlig konsequent weiter gestiegene Preise um mind. 15% über alle Sorten (siehe Hopfenmarktbericht des Verbandes ).
Der Taurus liegt nun über 1800 Euro/100 kg. Es ist abzusehen, dass alle Sorten über die 1000 Euro/100 kg gehen werden und der Taurus/Herkules über die 2000 Euro, womit der höchste Hopfenpreis aller Zeiten erreicht ist. Und das schon im Oktober! Es sind also vorspekulierte Werke, die noch nicht die tatsächliche Versorgungslücke im Sommer 2008 erlebt haben.
An ein Sinken der Preise ist aber gar nicht zu denken. Die steigenden Preiserwartungen halten den geringen Freihopfen zurück. Der Markt wird deshalb so eng wie noch nie. Welchen Spitzenhopfenpreis werden wir noch in dieser Saison erleben?