Altes Brauchtum: Klöpfelsingen

Altes Brauchtum: Klöpfelsingen

Osseltshausen

Osseltshausen, 10.12.2009 (hpb).

Das Klöpfelsingen ist ein alter Brauch, den man an den Donnerstagen im Advent pflegt. Diesen Donnerstag nahm die Auer Geigenmusi den alten Brauch auf und brachte im Holledauer Wirtshaus sogenannte „Heischelieder“ in vorweihnachtlicher Stimmung zum Vortrag. Ein sicherlich nicht mehr vielen Bürgern geläufiger Brauch, der im Landkreis Freising 1964 wiederbelebt wurde.

Noch zu Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts zogen an den drei Donnerstagen vor Weihnachten, den sogenannten „Klöpfelnächten“, arme Leute durch die Dörfer und Städte, sangen Heischelieder und wünschten allen Familien ein segensreiches Neues Jahr. Josef Hofmiller (1872-1933) langjähriger Freisinger Bürger, beobachtete das Klöpfelsingen in Neustift und zeichnete die vorgetragenen Lieder auf. Als Dank für die Neujahrswünsche erhielten die „Klopfer“ Nüsse, Äpfel, Kücherl oder Geld. Mit folgendem Vers bedankten sich die armen Sänger in Hohenbercha:

„Klopfe, klopfe, klopfe o, Die Bäurin hat an bravn Mo, Hat mir scho a Küchl gebn. Weil i sein Mo globt ho."

Seit der Wiederbelegung des alten Brauchs im Jahr 1964 in verschiedenen Orten wie Neufahrn, Eching oder Mintraching gehen dort die Klöpfelkinder so ähnlich wie die Sternsinger von Haus zu Haus und erbitten Gaben für die Kinder in der „Dritten Welt“. Schönes, altes Brauchtum, das nicht in Vergessenheit geraten sollte.

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