25. 02. 2008: Einlegemengen 2008 reichen

Einlegemengen 2008 reichen mehr als reichlich

Die Versorgungsnot 2007/08 hat die Brauer veranlasst, über den Handel die Hopfenproduktion mit der Brechstange aufzuheben. Da die eingelegten Hopfen in den USA schon im ersten Jahr vollen Ertrag bringen, stürzten sich die Alpha-Nachfrager mit horrenden Preisgeboten auf die US-Pflanzer. Dies gab Heinz-Jürgen Cooberg (HopSteiner) beim Ring jungen Hopfenpflanzer bekannt. Die Neuflächen in den USA von 2500 - 3000 ha werden 1000 Tonnen zusätzliches Alpha bringen. In Deutschland wird mit 1000 ha gerechnet (entspricht mit Neuflächen 2007 Tonnen Alpha mehr). Nach 7700 Tonnen Alpha in 2007 wird bei gleicher Erntelage (US schlechter Ertrag und niedriges Alpha) für 2008 mit 9000 Tonnen Alpha gerechnet, bei einem Gesamtbedarf von 8300 Tonnen Alpha. Die Differenz geht in die Lager der Brauer. Sollten die USA eine normale Ernte erreichen, wäre der Überschuss entsprechend höher - bei gleichbleibender Ernte der Hallertau wie 2007. Die Schwankungen der Erntemenge in den USA aus Ertrag und Alphagehalt werden tendenziell größer. Ob sich dies auf 2008 schon so negativ auswirkt, ist eher unwahrscheinlich. Deshalb steht ganz einfach fest: Die gerade eingelegten oder noch einzulegenden, aber schon verkauften Hopfen sind zu viel. Eine Weltalphabilanz umfasst auch China. Dort werden weitere ca. 1500 ha eingelegt. Diese Hopfen sind hinzuzurechnen, zumindest ab 2009.

Hopfen außerhalb von Verträgen einzulegen ist deshalb jetzt schon ruinös. Die US-Pflanzer setzen auf eine Amortisation von 1-2 Jahren. Das geben die Kontrakt-Preise her (75 % über Herkules in Deutschland in 2008, dann 2009 schon niedriger um 57 %). Dann muss wieder eine Anpassung an die Nachfrage erfolgen (Rodung). Über die Einzelheiten des Ring-Abends und viele weitere Neuigkeiten am Hopfenmarkt berichtet www.hallertau.info

(25. 2. 2008)