03. 03. 2008: Hopfenbau 2020

Neue Erkenntnisse aus dem Symposium "Hopfenanbau 2020"

 

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Einlegestopp so weit noch möglich

Um so mehr die Darlegungen der Firmen beim Ring junger Hopfenpflanzer hinterfragt werden, ein desto klareres Bild zeichnet sich ab. Während die Hallertau in der Flächenmehrung eher bescheiden geblieben ist und in Anbetracht hoher Schwankungen im Ertrag durch Witterungseinflüsse auch vernünftig vorgeht, hat die USA mit einer Expansion der Fläche fortgesetzt, die weit über das Ziel der Versorgung des Marktes hinausgeht.
Die Neuflächen in China sind zwar auch gewaltig (ca. 1500 ha), aber wegen der wiederholten Missernten der letzten Jahre nicht so bedrohlich und vielleicht auch für die Selbstversorgung in Summe nötig. Schließlich wächst dort auch der Biermarkt kräftig. In den USA wurden 114 Euro für das Kilo Alpha in 2008 kontrahiert und 75 Euro für das Folgejahr (Zahlen aus den USA!), das sind 20,5 Euro/kg Hopfen bzw. in 2009 13,50 Euro. Wenn diese Preise für die ersten 1000 ha gegolten hätten, könnten sie noch aus der Not der Brauer erklärt werden. Für die weiteren Flächen besteht kein wirtschaftlicher Sinn.
Wären diese Preise mit einer vereinbarten Rodung nach zwei Ernten verbunden, ließen sie sich auch noch erklären. So aber werden 1500-2000 ha Hochalphahopfen nachhaltig den Markt überschwemmen und die Preise in den Keller fahren lassen. Jedes ha, das jetzt nicht mehr eingelegt wird, braucht nicht schmerzhaft wieder gerodet zu werden. Für zwei Jahre sind die Pflanzer trotzdem gut dran mit den geschlossenen neuen Verträgen.
Doch jeder weitere Neuabschluss in 2010 wird die Gestehungskosten nicht mehr decken. Leider trifft dies auch die Hallertau, obwohl sie es nicht verschuldet hat. So sehr sich alle eine stabile Zukunft für den Hopfenbau auch wünschen, das Übermaß des Einlegens in den USA hat jede Stabilität genommen, das Vertragswesen ausgehöhlt und die Fortführung der Hopfenbaubetriebe in der Zukunft wieder ungewiss werden lassen.
(3. 3. 2008)