27. 07. 2009: Hagelgefahr gebannt?

Hagelgefahr gebannt?

 

Das Hüller Hopfenforschungsinstitut beschäftigt sich explizit nicht mit der Minderung von Hagelschäden, so Institutsleiter Bernhard Engelhard. Aber ist das Hagelrisiko nicht schon deutlich höher aus der Klimaveränderung? Selbstverständlich ist das Bewässerungsgroßprojekt auch für die Hallertau existentiell wichtig, doch all die Mühe im Hopfenbau kann in wenigen Hagelminuten zerstört sein. Der Großschaden vom 26. Mai verdeutlicht dies. Zurzeit gehen täglich kräftige Gewitter durch die Hallertau. Meist am Rande zum Hagelschlag. Es ist nicht auszuschließen, dass vor der Ernte 2009 noch ein größerer Hagel auf die Hallertau niedergeht. Sind wir dann noch lieferverlässlich? Werden wir nicht jedes Jahr die „bedenkliche Nicht-Vertragsmenge“ benötigen, um Sturm- und Hagelschäden auszugleichen? Der Markt wird mit den 80 % vertraglich bindbarer Menge versorgt und die anderen 20 % gehen in den Unwetterausgleichs-Pool – quasi als großes Versicherungssystem? Hier ist sicherlich der Staat, ja auch die EU gefordert. Sollen/können evtl. ein Teil der Zuschüsse für diesen Ausgleichspool verwendet werden? Der Klimawandel geht schließlich nicht von den Hopfenpflanzern aus, auch wenn sie finanziell stark davon belastet sind, mehr als alle Ideologen oder Wichtigtuer.

Aber dennoch ist auch Hüll gefordert. Sollen wir wieder das Hagel-Schießen der 50er und 60er Jahre einführen? Hat es damals was genützt? Oder ein Abdeckungssystem für Anlagen entwickeln, das schnell handhabbar ist? In Anbetracht des Risikos bis hin zur Vertrauenskrise großer Braukonzerne in den Standort Bayern, sollte schnell und unbürokratisch auch dieses Problem angegangen werden. Wie wenn ein Schirm mitgenommen wird. Dann regnet es meist nicht. Die alljährliche Marktregulierung über den Hagel ist doch zu makaber.

(27. 7. 2009)