07. 10. 2009: Die Pools können sich 2009 halten

Die Pools können sich 2009 bewähren

Nach der Tradition der Hallertau muss der Freihopfen zum Ende des Gallimarkts verkauft sein. Vor zwei Jahren wäre dies verkehrt gewesen, doch im Vorjahr traf dies schon wieder zu. Erschwert wird die Bildung des Freimarkts durch die überlange Ernte in den USA und der dadurch erst Mitte Oktober möglichen Einschätzung des Marktvolumens. Das trifft aber eigentlich nur den Hochalpha-Hopfen. Für den Aromahopfen in der europäischen Qualität stehen Angebot und Nachfrage.

Alles was bis Ende Oktober nicht vermarktet werden kann, darf in den Pool gehen. Die HVG lässt ihn ohne Eingangspreis laufen. Mit dem muss sich der Pflanzer abfinden. Das gilt auch für die anderen Handelshäuser. Dennoch kann beim Aromahopfen, der sehr sortenbezogen gekauft wird, mit einer gewissen Nachfrage zum Ausgleich der Hagelschäden gerechnet werden. Das Marktvolumen ist hier nach der Sorte zu sehen. Beim Bitterhopfen wird vielfach beim Magnum von keiner Überernte gesprochen, was aber eigentlich wegen des starken Herkules nicht bedeutend ist. Hier kann nur der Pool eine Marktkanalisierung schaffen. Schließlich gehören die Hopfen in die Verarbeitung. Mit einem Markt ist so schnell nicht zu rechnen.

Die US-Pflanzer lassen den potentiellen Freihopfen in den Feldern hängen. So sparen sie die Ernte- und Lagerungskosten und die Verarbeitung. Also ist dieser Schritt so vernünftig wie möglich, auch wenn der Hallertauer ein anderes Naturell hat und selbst den Hagel-Bitterhopfen noch erntet. Wir können also den Ankündigungen glauben und brauchen von US-Seite mit keinem nennenswerten Freihopfen zu rechnen. Insofern haben wir jetzt auch schon das Marktvolumen des Freimarkts. Was in der Geschichte freilich einmalig ist, dass die Brauer auf breiter Linie über nicht benötigten Vertragshopfen verfügen.

Sie werden ihn so spät wie möglich beim Handel abrufen und womöglich wird dies nach der Ernte 2010 sein, aber dann wird auch das Bestreben der Brauer bei nennenswerten Mengen darin bestehen, ihn zu vermarkten. Es wäre zwar auch nicht so schlecht, wenn er ins Lager der Brauer ginge, aber Großkonzerne denken anders. Zurzeit ist aber mit diesen Mengen nicht zu rechnen. Bekannt sind freilich die europäischen Freihopfen, insbesonders aus Polen, Tschechien und Slowenien. Hier ist der Handel nach wie vor bemüht, den Freihopfenpreis im Keller zu belassen nach den Vertragsverletzungen in 2007/2008. Dieser Sonderfaktor verhindert auch bei uns offizielle Marktnotierungen. Wenn, dann läuft der Markt in der Hallertau im Untergrund. Die „Kommunikationsplattform Gallimarkt“ ist hierfür ein Risiko, weshalb derlei Geschäfte erst danach einsetzen, aber dann doch sehr bald. Insofern ist es angebracht, noch zwei Wochen mit der Pooleinlieferung zu warten. (Eduard Kastner)

7. Oktober 2009