Nachweihnachtliche Tiertragödie – zwei ausgesetzte Kaninchen tot

Nachweihnachtliche Tiertragödie – zwei ausgesetzte Kaninchen tot

Mainburg

Mainburg, 29.12.2016 (rt).

Unsere Bilder zeigen unter anderem die Symptome der beiden an Kaninchenpest erkrankten Tiere, die einfach im Wald ausgesetzt wurden und später eingeschläfert werden mussten. Alle Fotos: Helga Weiß / Tieroase Stefanshof

 

Hohe Wellen schlägt heute eine Tiertragödie, die sich in Schweinbach, einem Ortsteil der Gemeinde Wildenberg im Landkreis Kelheim, zugetragen hat: Dort setzte ein verantwortungsloser Tierhalter womöglich nach dem Heiligen Abend zwei kleine Kaninchen aus; vermutlich, weil sie an der hochansteckenden Kaninchenpest erkrankt waren. Sie sind nach schlimmen Schmerzen nun tot und ein Fall für die Polizei.

Die Polizeiinspektion Mainburg hat den Fall übernommen und ermittelt nun wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gegen Unbekannt. Wie ein Sprecher der Polizei unserer Zeitung sagte, seien die Tiere vom zuständigen Jagdpächter im Bereich der B 299 am zweiten Weihnachtsfeiertag, also Montag, 26. Dezember, gegen 13 Uhr in seinem Revier von ihm entdeckt worden. „Der Gesundheitszustand der beiden Tiere war jedoch so schlecht, dass sie von einem Tierarzt eingeschläfert werden mussten um sie von ihrem Leiden zu erlösen“, so der Beamte.

 

 

Zuvor kümmerte sich Helga Weiß, Vorsitzende des Vereins Tieroase Stefanshof, um die Kaninchen, die sie nach dem Hinweis des Jägers zusammen mit ihrem Mann eingefangen und dann zur Erstversorgung übernommen hatte. Sie war es auch, die bei der Polizei Anzeige erstattete. Sie hofft nun, dass der Tierhalter ermittelt wird und setzt darauf, dass dies auch anhand der Fotos auch gelingt. Es handelt sich um zwei unkastrierte männliche Kaninchen, die vermutlich schon längere Zeit an der Kaninchenpest, die auch unter dem Namen Myxomatose bekannt ist, litten.

„Da die Krankheit bereits im Endstadium war, mussten die beiden Tiere von einem Tierarzt eingeschläfert werden“, bedauert Weiß im Gespräch mit unserer Zeitung. Es gebe in diesem Stadium keine Chance auf Heilung. Betroffen von Myxomatose sind in erster Linie Stallhasen, Hauskaninchen und Wildkaninchen.

 

Die Frage der Polizei: Wer kennt diese beiden Kaninchen?

 

Bei Myxomatose handelt es sich um eine Virusinfektion mit entzündlichen Schwellungen der Augen, Ohren, Lippen und Genitalien, die in der Regel mit eitriger Bindehautentzündung und Schnupfen einhergehen. Unbehandelt endet diese Verlaufsform nach etwa 14 Tagen mit dem Tod. Bei einer chronischen Myxomatose zeigen sich entzündliche Pusteln am ganzen Körper des Tieres, insbesondere in den Ohren, die vom Tierarzt oftmals erfolgreich behandelt werden kann.

„Die beiden Kaninchen hatten beide Formen“, so Weiß. Eines sei bereits mit Schnappatmung in Seitenlage gewesen, als sie beim Tierarzt angekommen war, erzählt die Tierschützerin. Sie sei ob des Handelns des unbekannten Tieraussetzers geradezu entsetzt und hofft, dass der Besitzer ermittelt und zur Rechenschaft gezogen werden kann. Ausgerechnet auch noch zur Weihnachtszeit müsse so etwas gemacht werden, so Weiß traurig und voller Unverständnis.

Über die Hintergründe des Aussetzens kann Weiß freilich nur spekulieren: Weihnachtsurlaub, fortschreitende Krankheit oder was auch immer – man wird es erst erfahren, wenn die Person ermittelt wurde. Ihr droht für das Aussetzen eines Haustieres mit dem Ziel, sich seiner zu entledigen, nach dem Tierschutzgesetz als Ordnungswidrigkeit eine Geldbuße, die bis zur Höhe von 25.000 Euro verhängt werden kann.

 


 

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