Die Zukunft ist digital

Die Zukunft ist digital

Wolnzach

Wolnzach, 08.09.2017 (hr).

Dieter Janecek und Kerstin Schnapp diskutierten das Thema "Digitalisierung

Was sind die Zukunftsthemen? Auf diese Frage werden die Parteien, die sich um die Mandate für den 19 Deutschen Bundestag bewerben völlig unterschiedliche Antworten liefern. Ob Europa, Migration, Steuern oder die Dieselaffäre beschäftigen die Menschen. Ein Thema, das dabei zu den zentralsten zählt ist die Digitalisierung. Es geht hier um nicht weniger, als wohin sich die Gesellschaft entwickeln wird.

„Wir stehen an der Schwelle zu einem neuen Zeitalter“, so Kerstin Schnapp, Direktkandidatin der Grünen im Wahlkreis Freising/Pfaffenhofen. Damit hat sie den Nagel auf den Kopf getroffen. Man spricht schon heute von einer vernetzten Welt oder anders ausgedrückt vom „globalen Dorf“. „Das Internet ist für viele Unternehmen von heute eine Grundvoraussetzung“, erklärt der Wolnzacher Grüne und Bundestagsabgeordnete Dieter Janecek. Doch genau hier sehen beide auch einen Schwachpunkt. Die Netze sind auch ihrer Sicht ungenügend ausgebaut und gerade im ländlichen Raum steht man oft nicht vor der Frage wie schnell ist die Datenverbindung, sondern gibt es überhaupt eine.

„Wenn man bedenkt, wie sehr sich die Arbeitswelt heute verändert hat, dann sprechen wir hier von einem Wettbewerbsnachteil“, erläuterte Schnapp, die dabei nicht nur junge Startups ins Auge fasste, sondern auch flexible Arbeitsmodalitäten thematisierte. Die Forderung, die sich daraus geben, ist klar: „Wir brauchen mehr Geld für die digitale Infrastruktur“, so Janecek. Wo das Geld herkommen sollte, dafür gibt es bei den Grünen auch eine eindeutige Position. Der Bund sollte die restlichen Anteile am dem ehemaligen Staatsunternehmen Telekom verkaufen und den Erlös daraus in den Netzausbau stecken.

Dass man gerade, was die digitale Infrastruktur anbelangt Nachholbedarf hat machten beide aber nicht nur am Punkt Glasfasernetz deutlich. Auch in Bezug auf die ‚digitale Verwaltung‘ sieht der Bundestagsabgeordnete dringenden Handlungsbedarf. „In Österreich liegen wir hier bei einer Quote von 73 Prozent. Deutschland hinkt mit 45 Prozent innerhalb von Europa deutlich hinterher. Dabei richtet sich sein Augenmerk nicht nur darauf, ob es möglich ist Behördengänge online zu erledigen, sondern vielmehr auf den „Wildwuchs der unterschiedlichsten Systeme, die von Kommune zu Kommune variieren können.

„Gerade im 21. Jahrhundert ist dies ein sehr zentrales Thema“, fügte Schnapp an. „Es geht dabei nicht nur um die Zeit, sondern auch das Geld der Bürger!“ Aufgrund des niedrigen Digitalisierungsgrades müssen sich viele für Behördengänge Urlaub nehmen. Ein Umstand, der in der digitalen vernetzten Welt kaum noch nachvollziehbar ist. „Wir müssen in diesem Punkt wirklich aufpassen, dass wir nicht den Anschluss verpassen“, so Janecek.

Den Anschluss zu verpassen scheint man aus seiner Sicht auch bei der Mobilität. Auch dort spielt das Thema Digitalisierung für ihn eine zentrale Bedeutung. „Klar ist gerade im ländlichen Bereich das Auto ein großes Thema, aber wenn wir die öffentlichen Angebote stärker und vor allem einheitlich untereinander vernetzen würden, dann könnte es gelingen, dass öfters vom Kraftfahrzeug auf öffentliche Verkehrsmittel umgestiegen wird“, erklärte der Grüne.

In vielen Lebensbereichen ist die Digitalisierung mittlerweile nicht mehr wegzudenken, sei es nun das Smartphone, dass heute weit mehr ist als nur ein einfache Telefon, oder auch die Autos, die bei einem Unfall selbst den Rettungsdienst verständigen. Dennoch steht wie Schnapp und Janecek erklärten, die Gesellschaft auch vor einem wirklichen Wandel. So rücken nicht nur Themen, wie der Datenschutz, sondern auch das Thema Arbeit mehr und mehr ins Zentrum dieser Diskussion. „Wir brauchen hier eine Debatte, wie wir unsere Gesellschaft künftig ausrichten wollen“, so Schnapp, die aus ihrer Sicht von flexibleren Arbeitszeiten bis hin zu einer Maschinensteuer reicht. „Es geht AM Ende um die Frage, wie wir den Wohlstand, den wir uns erarbeitet haben erhalten“, so Schnapp. Aus ihrer Sicht brauche es hierzu eine breite Diskussion und den Willen zur Veränderung.
 

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