Ein Schreiner, ein Glaser und ein Fotograf

Ein Schreiner, ein Glaser und ein Fotograf

Mainburg

Mainburg, 20.02.2018 (ce).

Das ehemalige Fotogeschäft im Mittermillergassl

Bernd Geisreither ist nicht nur Schreiner, sondern auch ein klein wenig Sammler, dazu begeisterter Fotograf. Und Geschichte, zumal Stadtgeschichte hat ihn schon immer interessiert, ist doch auch seine Familie seit Generationen in Mainburg verwurzelt und tätig. Dazu ist er eng mit dem Museum verbunden.

Wann immer dort eine Ausstellung ansteht, er fertigt die Wände, akribisch, passgenau und farblich genau abgestimmt. Museumsarbeit interessiert ihn und die Zusammenarbeit mit der Museumsleiterin funktioniert auf Zuruf. Er erinnert sich zudem noch gut an das alte Fotogeschäft, das Haus des Glasers und Fotografen Gschwendtner nebenan.

Vor gut zwanzig Jahren wurde das letztlich unbewohnbare Haus abgerissen. Das gehörte damals der benachbarten Schreinerei und ist heute einfach Parkplatz. Bernd Geisreither, selber begeisterter Fotograf erkannte schnell den Schatz. "Ganz hinten unter dem Dach war alles zusammengschoben" erinnert er sich lachend. Selbst mit gewisser Sammlerleidenschaft versehen wurde ihm schnell klar: So etwas wirft man nicht einfach weg.

Gschwendtner fotografierte nicht nur, er bewahrte auch alles auf, Kommunionbilder wie Gebäude, Hochwasser wie Ernteeindrücke, wild gemischt und leider gänzlich unbeschriftet.

Bernd Geisreither sicherte mehrere tausend Negative und schwere Glasplatten und bewahrte sie bis heute bei sich auf. "Etwas angestaubt, aber trocken" versichert Bernd Geisreither. Immer wieder sichtet er kleine Teile, verwandelt in Digitalbilder, einfach aus Freude an der Stadtgeschichte. Frühe Faschingsumzüge fand er, Details vom Abriss und Neubau der Stadtpfarrkirche, Hopfenzupfer mit Metzen und längst abgerissene Höfe.

Den ersten Teil des Nachlasses mit den Bildern vorwiegend aus Kriegs- und Nachkriegszeiten hat das Museum von den Nachkommen erworben, gesichert und digitalisiert.
Mindestens noch einmal so viel schlummern bei Bernd Geisreither auf dem Dachboden. Der versichert: Da kommt nichts weg, Negative gibt er nicht aus der Hand, Einblicke gewährt er aber Interessenten gerne.
 

 

 

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