Klein, unscheinbar –aber teuer!

Klein, unscheinbar –aber teuer!

Rohrbach

Rohrbach, 21.02.2018 (wk).

Auf dem freien Gelände zwischen Bahndamm und Wertstoffhof wurde im letzten Jahr fleißig gebaut, die Straße teilweise gesperrt und ein kleines, unscheinbares Gebäude gebaut. Die Baustelle sieht inzwischen aufgeräumt aus und von weitem ist nur das kleine Gebäude zu sehen. – Doch das hat es in sich! Es handelt sich dabei um die neue Abwasser-Hebeanlage.

 

alte Abwasser-Hebeanlage                               zukünftige Abwasser-Hebeanlage


Sie soll dazu dienen, das kleine Gebäude direkt an der Straße beim Wertstoffhof als Abwasser-Hebeanlage abzulösen, da die alte Anlage “in die Jahre gekommen ist“, immer wieder Wartungsprobleme auftraten und sie nicht den aktuellen Arbeitssicherheitsbedingungen entspricht. Das neue Gebäude ist ebenso unscheinbar wie das alte, doch die versteckten Werte, nämlich die gesamte Pumpen- und Steuerungstechnik, sind alle nur unter der Erde zu erkennen. Die Anlage ist teilweise bis auf knapp 10 Meter Tiefe in den Untergrund gebaut.

 

 
Die Anlage soll, wenn sie voraussichtlich nach Ostern in Betrieb geht, das Abwasser aus dem Ort sammeln, anheben und in die Abwasserleitung zum Klärwerk bei Königsfeld pumpen. Bei einer Besichtigung von Mitgliedern des Abwasserzweckverbandes Rohrbach-Wolnzach und einigen Interessierten, erläuterte Dipl. Ing. Alexander Steinherr und Abwassermeister Josef Thalmeier die gesamte Anlage, zu der auch ein Überlaufwerk des Wasserwirtschaftsamtes im Rahmen der Hochwasserfreilegung gehört.


Im Anschluss an die Besichtigung traten die Mitglieder des Abwasserzweckverbandes im Rathaus zusammen, um den Bericht von Planer Alexander Steinherr über Baufortschritt und Kostenentwicklung entgegen zu nehmen. Alles zusammen, die Abwasserhebeanlage und das Überlaufwerk kosten ca. 3,276 Mio. Euro, davon trägt das Wasserwirtschaftsamt 1.314 Mio. Euro, der Zweckverband 1.575 Mio. Euro und die Gemeinde Rohrbach 387.000 Euro. In diesen Kosten sind bereits die Ausgaben eingeplant, die notwendig werden, wenn eine Abwasserleitung unter der jetzigen Bahnlinie durchgeführt wird, wobei diese Maßnahme erst möglich ist, wenn die Bahn die alte Eisenbrücke beim Sportweg durch eine neue ersetzt. Kritische Fragen wegen der teilweise hohen Preissteigerungen bei einzelnen Gewerken kam von Gemeinderat Helmut Weich, doch er musste sich damit zufrieden geben, dass die Ausschreibungsergebnisse keine niedrigeren Kosten gebracht hätten, da die Baubranche derzeit voll ausgelastet sei.


Ein anderer wichtiger Punkt auf der Tagesordnung war die Verabschiedung des Haushaltsplans 2018 für den Abwasserzweckverband. Er sieht im laufenden Jahr Einnahmen und Ausgaben in Höhe von insgesamt 529.600 Euro vor, davon im Verwaltungshaushalt für die laufenden Kosten 494.200 Euro und im Vermögenshaushalt für Investitionen 35.400 Euro. Die Rücklage beträgt zum Jahresende 2018 voraussichtlich 75.100 Euro und der Schuldenstand bei ca.9.700 Euro. Der Haushalt wurde einstimmig verabschiedet. Ebenso die Bündelausschreibung für den Strombezug, die Verbandsräte entschieden sich für Öko-Strom aber ohne Neuanlagen-Quote.

 

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