Gekämpft wie die Löwen – am Ende knapp geschlagen

Gekämpft wie die Löwen – am Ende knapp geschlagen

Wolnzach

Wolnzach, 09.10.2017 (hr).

Die Regionalliga ist kein Zuckerschlecken – das konnte man schon beim ersten Spiel gegen die Regnitztal Baskets sehen. Und auch mit Litzendorf wartete auf die Wolnzacher ein echter Brocken. Dabei musste Coach Michael Urban auch noch auf einige Stammkräfte verzichten. Auch wenn die Ausgangslage nicht rosig war und man sich am Ende denkbar knapp mit 69:71 (17:19; 35:38; 45:56; 64:64) geschlagen geben musste, die Aufsteiger aus der Hallertau haben gekämpft wie die Löwen.

Basketball zur Primetime! Zum ersten Mal in der noch jungen Saison luden die Wolnzacher am Samstagabend – sprichwörtlich zur besten Sendezeit – in den Woiza Garden. Schon zum Auftakt hatten sich die Jungs um Michael Urban einen Krimi gegen den Nachwuchs des Deutschen Meisters aus Bamberg geliefert, doch das Match gegen Litzendorf war ein echter Blockbuster.

Ohne die erfahrenen Spieler Tobias Ziehe und Valentin Zenk standen die Vorzeichen für die Wolnzacher nicht gerade günstig. Und genau das spürte man auch auf dem Feld. Zwar legten die Basketballer mit 10:9 – vor allem aufgrund der Punkte von Center Ole Alsen – einen ordentlichen Start hin. Doch trotz der guten Ansätze in der Offensive war es die Defensive, die dem Publikum schon früh die Sorgenfalten auf die Stirn trieb. Allein im ersten Viertel sammelten die Wolnzacher 8 Fouls, und die Gäste durfte immer wieder ihr Glück vor der Linie versuchen. "Die Defence sucks", so der schon ein wenig frustrierte Kapitän Lukas Kappelmeier.

Ein Satz, der den Nagel ziemlich genau auf den Kopf traf. So stand es nach den ersten zehn Minuten 17:19. Während das erste Viertel noch ziemlich ausgeglichen schien, wurden in den ersten Minuten des zweiten Spielabschnitts die Schwächen der Wolnzacher deutlich. Zu wenig Struktur in der Offensive, zu offensichtliche Pässe, die die Gäste aus Franken einfach abfangen und in Punkte verwandeln konnten. All das führte zu einer Zehn-Punkte-Führung der Litzendorfer. Dass das Spiel zur Pause dennoch offen blieb, lag am Ende vor allen an den Treffern von Peter Maischak, Alexander Jureczek und Tobias Fuchs. Zur Pause betrug der Rückstand nur drei Punkte (35:38).

Ein Spielstand, der Mut für die zweite Hälfte machte. Doch gerade ein Blick auf die Foulstatistik der Wolnzacher – sowohl Leo Biersack als auch Peter Maischak hatten zur Halbzeit bereits vier Fouls auf dem Konto – ließ doch einige Zweifel am zweiten Sieg aufkommen. Zwar schienen so manche Pfiffe der Unparteiischen fragwürdig, doch gab sich Wolnzach Coach Michael Urban auch selbstkritisch: „Wir haben uns von den Pfiffen mitreißen lassen."

Eben mit diesem Handicap hatten die Wolnzacher dann auch im dritten Viertel zu kämpfen. Während im Angriff, wie es Coach Urban formulierte, zu oft "telefoniert" wurde, mussten sich seine Jungs in der Defensive aufgrund der Foulbelastung zurückhalten. Die Folge: Nach 30 Minuten führten die Gäste mit 56:45.

Doch wenn Wolnzach eines kann, dann ist es die Zähne zusammenbeißen, kämpfen und dorthin gehen, wo es richtig weh tut. In einem sagenhaften vierten Viertel schafften es die Jungs um Kapitän Lukas Kappelmeier, den Vorsprung der Gäste Zug um Zug einzudampfen. Angestachelt von den rund 200 Fans zeigte das junge Team perfekten Basketball, dem die Gäste in dieser Phase des Spiels nur wenig entgegenzusetzen hatten. Als dann Peter Maischak gut fünf Minuten vor dem Ende zum 56:58 traf, hätte man fast glauben können, die Wolnzacher hätten das Spiel zu Ihren Gunsten edreht. Doch zwei Dreier brachten die Gäste wieder mit sechs Punkten in Führung. In dieser Phase des Spiels war es der Center Ole Alsen, der Verantwortung übernahm und die Wolnzacher mit zwei Korblegern wieder auf zwei Punkte (62:64) heranführte. Knapp eine Minute Restzeit zeigte die Uhr. Die Litzendorfer im Angriff. Durchatmen – kein Treffer!

Somit hatte Wolnzach die Gelegenheit, Sekunden vor dem Ende auszugleichen. Ein letzter Angriff, eine letzte Chance – und es war am Ende wieder Ole Alsen, der unter dem Korb der Litzendorfer auftauchte und nicht zu bremsen war. 64:64! Der Woiza Garden stand Kopf. Die Jungs um Coach Michael Urban hatten es tatsächlich geschafft, das Spiel noch einmal gedreht und die Litzendorfer in die Overtime gezwungen.

Fünf Minuten gab es obendrauf. Und auch diese hatten es in sich. Während Wolnzach schnell mit 66:64 in Führung ging, versenkten die Litzendorfer nach einem Offensivfoul von Peter Maischak einen Dreier. 66:67. Den Wolnzachern blieben nun wiederum nur Sekunden, um sich den zweiten Sieg zu sichern. Doch zunächst waren es wieder die Franken, die mit zwei Freiwürfen den Vorsprung auf drei Punkte (66:69) ausbauen konnten. Wieder war es in dieser Phase des Spiels Ole Alsen, der Verantwortung übernahm und den Ball von der Drei-Punkte-Linie aus auf die Reise schickte. Aber der erwünschte Jubel blieb dieses Mal aus: Der Ball sprang nach einer Ringberührung wieder aus dem Spielfeld. Nur noch elf Sekunden auf der Uhr, die Gäste in Ballbesitz und Wolnzach drei Punkte in Rückstand – jetzt brauchte es schon ein kleines Wunder.

Doch eben dieses blieb den Wolnzachern trotz ihres aufopferungsvollen Kampfes verwehrt. Zwar konnte Tobias Fuchs buchstäblich mit der Schlusssirene noch einen Dreier versenken, doch reichten die Punkte nicht mehr, um das Ruder ein zweites Mal herumzureißen. Mit 69:71 mussten sich die Wolnzacher geschlagen geben. "Wir haben heute wirklich bewiesen, dass wir Kämpfer sind", so Coach Urban nach dem Spiel – und zollte seinem Team dafür auch den nötigen Respekt.


 

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