Unmut in Burgstall

Unmut in Burgstall

Wolnzach

Wolnzach, 09.10.2017 (hr).

Der Leserbrief von Richard Stockmaier erregte vergangene Woche schon eine gewisse Aufmerksamkeit. Er wandte sich in seinem Schreiben offen gegen die geplante Wagonwerkstatt und warf dem Gemeinderat vor, dieses Projekt ohne große Diskussion durchgewunken zu haben.

Ein Vorwurf, der zunächst hart klingt. Wurde diese Thematik nicht im Gemeinderat erörtert oder das Verfahren gar im Schnelldurchlauf durchgepeitscht? Dass es sich um ein durchaus schwieriges Verfahren handelt, zeigte sich schon beim Aufstellungsbeschluss: Der Zug müsste, bevor ein Wagon in der geplanten Anlange angekoppelt werden kann, die Staatsstraße überqueren und dort für einige Minuten halten. Ein Umstand, der auch in den bisher geführten Diskussionen von vielen Seiten kritisch gesehen wurde.

„Da im Begründungstext für die Behörden und Träger der öffentlichen Belange der Rangiervorgang weder in seinem Ablauf, der Häufigkeit noch der Dauer beschrieben wurden, stimmten wir dem Beschluss nicht zu! Wir haben unsere Entscheidung vom Juni aber auch deshalb revidiert, weil wir der Meinung sind, dass eine (fast) tägliche Behinderung des Verkehrsflusses durch Rangiervorgänge auf der Staatstraße, die eine Hauptverkehrsader des Landkreises ist, nicht hinnehmbar ist“, heißt es in einer Pressemitteilung der beiden SPD- Gemeinderätinnen Marianne Strobl und Brigitte Hackl.

Dass nun aber das Vorhaben in Burgstall bereits beschlossene Sache sei, wies auch Bürgermeister Jens Machold (CSU) zurück. „Wir befinden uns derzeit an dem Punkt, dass Fachbehörden zu diesen Planungen Stellung nehmen können“, so der Rathauschef. Für ihn ein ganz elementarer Schritt. „Nur dann, wenn man in so ein Verfahren einsteigt, bekommt man von den Fachstellen auch belastbare Aussagen“, fügt er weiter an.

Ob die Anlage so, wie sie geplant ist, am Ende auch gebaut wird oder ob die Bedenken letztlich so groß sind, dass ein solches Vorhaben nicht verwirklicht werden kann, ist auch für den Rathauschef derzeit noch völlig offen. „Wir haben mit dem Einstieg in das Bebauungsplanverfahren noch keine Vorfestlegung getroffen“, so der Bürgermeister. So gilt es aus seiner Sicht nicht nur, erst einmal die Expertenmeinungen einzuholen, sondern auch die Auswirkungen des geplanten Rangiervorgangs auf die Anwohner näher zu untersuchen. „Diesbezüglich haben wir deutlich gemacht, dass auch entsprechende Fahrversuche gemacht werden müssen.“ Diese, die Expertise der Fachbehörden und die Einwände der Burgstaller sollen dann schlussendlich die Entscheidungsgrundlage für den Marktgemeinderat bilden.
 

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