Widerstand gegen geplante Hähnchenfabrik flammt erneut auf

Widerstand gegen geplante Hähnchenfabrik flammt erneut auf

Eschelbach

Eschelbach, 13.05.2017 (hal/rt).

Fotos: Aktionsbündnis Mastanlagen Widerstand
 

Aktivisten des Aktionsbündnisses Mastanlagen Widerstand setzten in den vergangenen Nächten ein Zeichen gegen die Ausbeutung und Unterdrückung von Tier, Mensch und Natur. Sie protestieren damit gegen die absehbare Genehmigung zweier Hühnermastfabriken in Eschelbach. Dem Pfaffenhofener Landratsamt unterstellen sie dabei tendenziöses Vorgehen.
Es wurden Banner gespannt am Geländer der über die Staatsstraße 2232 führenden Fußgänger- und Radfahrerbrücke sowie an der bestehenden Hühnermastanlage. Darauf war "Keine Hühnermastfabrik in Eschelbach" und „Tiere sind keine Ware“ zu lesen.
Hintergrund der Aktionen ist absehbare „Genehmigung zweier Tierfabriken, sowie die Erweiterung der beiden bestehenden, die Anfang 2016 von der Familie Höckmeier beim Landratsamt Pfaffenhofen nach einem ersten gescheiterten Versuch erneut beantragt worden waren“, wie es in einer Mitteilung des Bündnisses heißt. Obwohl noch etliche Punkte wie etwa der Brandschutz völlig ungeklärt und eine landwirtschaftliche Privilegierung sowie eine Erschließung keinesfalls gegeben seien, ließen die Aussagen der Behörden darauf schließen, dass die Erteilung der vollständigen Genehmigung kurz bevorstehe. „Auf den Grundstücken sollen dann in vier Tierfabriken 144.600 Tiere gemästet werden.“

 

 

Die Errichtung von Mastanlagen wird von der Öffentlichkeit zunehmend kritisch wahrgenommen und führte auch in Eschelbach bereits zu Protesten der Anwohner. „Neben Gestank, entweichen gesundheitsgefährdenden Bioaerosolen und der Nitratbelastung der Böden durch die anfallende Gülle und Gärreste, die zu einem Verlust der Artenvielfalt führt“, so die Aktivisten. Bauvorhaben dieser Art lehnten sie insbesondere aus Tierrechtsperspektive ab: „Tiere werden in diesem Verwertungssystem nicht mehr als fühlende Individuen wahrgenommen. Als Küken werden sie aus der Brüterei in die Anlage gebracht und dort innerhalb von vier bis fünf Wochen auf ihr Schlachtgewicht hochgemässtet. Pro Quadratmeter drängen sich über 20 Tiere. Arttypischen Verhaltensweisen wie Picken oder Staubbaden können sie nicht nachgehen, geschweige denn angemessen miteinander agieren und soziale Beziehungen pflegen.“ Die Gewalt, die Tieren im Rahmen der Nutzung als ‚Masthuhn‘ angetan werde, sei immens und durch nichts zu rechtfertigen, sagt Martha Müller vom Aktionsbündnis Mastanlagen Widerstand. Tiere würden in diesem System degradiert zu Waren, Ressourcen, Produkten. Tierhaltung bedeutet stets Ausbeutung und Unterdrückung von unzähligen Tieren. Sie werden aus Profitinteresse der jeweiligen Antragsteller und des abnehmenden Großkonzerns für den menschlichen Fleischkonsum gemästet und getötet.

„Trotz des tendenziösen Vorgehens des Pfaffenhofener Landratsamtes und der damit einhergehenden absehbaren Genehmigung der Tierfabrik, ruft das Aktionsbündnis Mastanlagen Widerstand alle Anwohner und Bürger in Wolnzach, Eschelbach, Pfaffenhofen und allen anderen Orten dazu auf, den Widerstand gegen diese und andere Tierfabriken nicht aufzugeben und weiterhin gegen die Ausbeutung von Tieren, Mensch und Umwelt aktiv zu werden.“

Das Aktionsbündnis Mastanlagen Widerstand richtet sich speziell auch gegen das Unternehmen Wiesenhof und stellt einen Zusammenschluss von Einzelpersonen dar. Konkret will das Bündnis nach eigenen Angaben Hühnermastanlagen und somit Zulieferbetriebe für „Wiesenhof-Schlachtfabriken“ verhindern und gegen das Ausbeuten und Töten von Tieren, gegen regionale sowie globale Umweltverschmutzung und menschlichen Unterdrückung vorgehen.

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