Auszeichnung für den besten Autohof

Auszeichnung für den besten Autohof

Schweitenkirchen

Schweitenkirchen, 08.07.2018 (wk).

Bei der Jahresversammlung der Vereinigung Deutscher Autohöfe (VEDA) im Schweitenkirchener Autohof Euro Rastpark wurde der Autohof Strohofer bei Geiselwind für seine ganz besonders hervorragenden Leistungen mit dem ersten VEDA Award ausgezeichnet, der zukünftig jede Jahr verliehen werden soll. Vorstand Alexander Ruscheinsky und Johannes Witt überreichten Ruth Strohofer diesen Preis und lobten ihren Autohof wegen seiner besonders hohen Gastlichkeit, Vielfältigkeit und spektakulären Angebote.

Ruth Strohofer empfängt den Preis von VEDA-Vorstand Alexander Ruscheinsky


Autohöfe sind nicht mehr die einfachen Trucker-Rasthöfe abseits der Autobahn, wie man sie noch aus den 50er und 60er Jahren kennt. Sie sind im Gegensatz zu den Raststätten entlang der Autobahn, die von Kapitalgesellschaften mit reiner Profitorientierung betrieben werden, rein privat geführte mittelständische Betriebe in Konkurrenz zu diesen Raststätten. Sie bieten ein sehr viel umfangreicheres Angebot zu einem vernünftigen Preis-Leistungs-Verhältnis und auch die Spritpreise liegen deutlich niedriger als an den Raststätten entlang der Autobahn. Das liegt sicher auch mit daran, dass sie etwas abseits der Autobahn liegen und sich dort gerade auch mit den Betrieben in ihrer näheren Umgebung vergleichen lassen müssen.


So wurde der Autohof Strohofer bei Geiselwind besonders dafür gelobt, dass es dort nicht nur ein Hotel mit Wellness, Sauna und Schwimmbad gibt, sondern auch viele gesicherte Lkw- und Pkw-Parkplätze, ein hervorragendes und vielfältiges Angebot an Speisen und Getränken, eine gemütliche Atmosphäre mit mehreren Restaurants, eine Tankstelle mit sieben verschiedenen Markenkraftstoffen, eine Eventhalle (in der Anfang August u.a. die Manfred Mann´s Earth Band auftritt), ein Kletterpark, die erste ökomenische Autobahnkirche Deutschland, Campingplatz, Indianerzelte etc. Das sind alles hervorragende Angebote, die die auf schnelles Abfertigen und Kassieren ausgerichteten Autobahnraststätten nicht bieten können. Der Autohof Strohofer wäre deshalb auch ein geeigneter Ort für einen erholsamen (Kurz-)Urlaub.


Diese besonderen Eigenschaften waren für VEDA-Vorstand Alexander Ruscheinsky deutliche Vorteile gegenüber den Raststätten. Aber der Verband hat immer noch gegen viele Vorurteile gegenüber Autohöfen zu kämpfen, nicht nur gegen die Konkurrenz der Raststätten, sondern auch gegen deren Einfluss auf die Verkehrsminister in Bund und Ländern. So hat sich der Verband auf die Fahnen geschrieben, besonders für Lkw-Fahrer sichere Übernachtungsplätze zu schaffen, da die Kriminalität mit ausgeraubten Lkw im Laufe der Jahre mit dem zunehmenden Verkehr immer größer geworden ist. Die Fahrer sollen in Ruhe übernachten können, saubere sanitäre Einrichtungen vorfinden und ausgeschlafen ihre Fahrt fortsetzen können, was auch die Gefahr von Unfällen mit Lkw reduzieren wird. Problematisch ist der Lkw-Verkehr bereits heute schon, da jetzt schon 30.000 Lkw-Parkplätze entlang der Autobahnen fehlen – und das bei einer prognostizierten Zunahme des Lkw-Verkehrs in den nächsten Jahren. Schon heute „parken“ viele Lkw-Fahrer ihre Sattelzüge schon auf dem Standstreifen, weil sie die Ruhezeiten einhalten müssen und die Polizei meist machtlos, was zu einer besonderen Unfallgefahr führt. Der Bund wird es kaum schaffen, den Parkplatzmangel so schnell zu beseitigen, der besonders durch das Ende des „kalten Krieges“ entstanden ist und zu einer Explosion des europäischen Lkw-Verkehrs geführt hat, da Deutschland nicht nur in Nord-Süd-Richtung durchquert wird, sondern auch in Ost-West-Richtung. Und die Autohöfe bieten nicht nur Verpflegungs- Übernachtungsmöglichkeiten, sondern zunehmend auch Kfz-Dienstleistungsbetriebe, insbesondere Waschanlagen und Werkstätten, Duschen für Fernfahrer und Waschmaschinen sowie Entertainment.

 

              Ap. Boom                                                                 Jens Pawlowski

 

Dr. Michael Haberland                                   Johannes Witt, VEDA-Vorstand

Wie die Autohöfe ihre Lkw- und Pkw-Stellplätze noch sicherer machen können stellte bei der Jahresversammlung der Vertreter der TAPA (Transportes Asset Protection Association), der Holländer Ap. Boom von Amazon vor. Sein Verband zertifiziert Parkplätze, wenn sie besondere Kriterien erfüllen – und der Euro Rastpark Schweitenkirchen war der erste Autohof der mit dem TAPA-Schild anerkannt wurde. Jens Pawlowski von der BGL, dem Spitzenverband des Logistikgewerbes ging in seinem Referat auf die europaweiten Probleme ein und die Lobbyarbeit seines Verbands in Brüssel, um die „Ausflaggung“ deutscher Lkw in osteuropäische Billigstaaten mit Fahrern zu Dumpinglöhnen zu verhindern, obwohl die Lkw weiterhin in Deutschland stationiert sind. Dr. Michael Haberland vom Autoclub „Mobil in Deutschland“ ging auf Preisvergleiche zwischen Autobahnraststätten und Autohöfen ein und unterstrich ebenfalls das um bis zu 30 Prozent günstigere Angebot der Autohöfe.

 


 

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