Streik auch bei Airbus Defence and Space

Streik auch bei Airbus Defence and Space

Manching

Manching, 11.01.2018 (hal/ls).

Der Arbeitskampf der IG-Metall geht weiter. Unter dem Motto „Miteinander für Morgen“, wurden am heutigen Donnerstag auch die Beschäftigten bei Airbus Defence and Space in Manching zum Warnstreik aufgerufen. Über 800 Beschäftigte beendeten für eine Stunde ihre Arbeit.

Als unzureichend und als Mogelpackung wies dabei Bernhard Stiedl, zweiter Bevöllmächtigter der IG Metall Ingolstadt, das Angebot der Arbeitgeber zurück. „In der zweiten Tarifverhandlung boten sie uns 2 Prozent Entgelterhöhung für 15 Monate an, diese Erhöhung wollen sie uns aber nur dann zugestehen, wenn sie auch die Arbeitszeit von 35 auf 42 Stunden ausweiten können. Das ist jedoch kein Angebot, sondern ein Null-Angebot: Wenn wir für eine Entgelterhöhung von 2 Prozent, 7 Stunden länger arbeiten sollen, dann ist dies sogar ein Minus-Angebot.“

Die IG Metall fordert für die Beschäftigten eine Anhebung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen von 6 Prozent sowie eine Wahloption bei der Arbeitszeit. Beschäftigte sollen demnach ihre Arbeitszeit ohne Begründungszwang auf bis zu 28 Stunden in der Woche für einen Zeitraum von bis zu 24 Monaten reduzieren und anschließend wieder auf ihre frühere Arbeitszeit zurückkehren können.
„Wir wollen mehr Selbstbestimmung bei der Arbeitszeit für alle Beschäftigten erreichen. Bisher geht die Flexibilisierung der Arbeitszeit vielen Betrieben einseitig zu Lasten der Beschäftigten. Damit wollen wir Schluss machen. Flexibilität darf keine Einbahnstraße sein“, so Bernhard Stiedl.

Das Verhalten der Arbeitgeber in dieser Tarifrunde suche seines gleichen, erklärte Stiedl weiter. Mit ihrer Verweigerungshaltung bringen sie die Metall- und Elektroindustrie an den Rand längeren Warnstreiks. „Mit diesem vergifteten Angebot haben die Arbeitgeber ein Feuer gelegt, das sich zu einem Flächenbrand ausweiten kann.“ Schon immer hätten die Arbeitgeber in Tarifrunden wenig Verständnis für die Forderungen der IG Metall gezeigt. Aber in diesem Jahr haben sie sich selbst übertroffen, klagte Stiedl. Statt die Arbeit und die Leistung der Beschäftigten wertzuschätzen und anzuerkennen, dass sie es sind, die die Werte und ihre Profite erarbeiten, wollen die Arbeitgeber offensichtlich den Beschäftigten nur Magerkost und eine weitere Entgrenzung der Arbeitszeit verordnen.

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Airbus Defence and Space, Thomas Pretzl, betonte in seiner Rede, dass insbesondere Airbus eine Entgelterhöhung von 6 Prozent verkraften kann: "Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Airbus einen deutlichen Gewinn, darüber hinaus verkaufte der Konzern mehr Flugzeuge."
Pretzl wies auch auf die Bedeutung von Tarifverträgen hin: „Tarifverträge müssen eingehalten werden. Dafür engagieren wir uns als IG Metall-Betriebsräte jeden Tag. Egal ob es um Entgelt, Arbeitszeit oder Leiharbeit geht. Tarifverträge bedeuten Sicherheit für alle Beschäftigten im Betrieb.“

„Die Beschäftigten haben ein Anrecht auf eine ordentliche Entgelterhöhung. Auch die ökonomische Vernunft ist auf Seite der IG Metall“, betonte der IG Metall-Vertrauenskörperleiter von Airbus Defence and Space, Andreas Domke. Schon im letzten Jahr war es die Binnennachfrage, die die Konjunktur in Deutschland gestützt hat, so Domke.

In seiner Rede unterstützte der Jugend- und Auszubildendenvertreter, Marcel Bucher, auch die Forderung von 6 Prozent für die Auszubildenden: „Die Auszubildenden müssen heute meist schon alleine für ihr Leben aufkommen, deshalb sei auch für sie die Erhöhung gerechtfertigt.“ Außerdem soll erreicht werden, dass die Auszubildenden und dual Studierenden zur Vorbereitung auf Prüfungen einen freien Tag je Prüfung erhalten.

 

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