Die Manchinger Tafel und ihre Herausforderungen

Die Manchinger Tafel und ihre Herausforderungen

Manching

Manching, 26.01.2018 (ls).

Es ist eine Mammutaufgabe, der sich die 25 Helfer der Manchinger Tafel verschrieben haben. Sieben Stunden und mehr pro Woche verbringen sie damit, zahlreiche bedürftige Menschen aus der Region mit den nötigsten Lebensmitteln zu versorgen – und das alles ehrenamtlich. „Das ist nicht immer ganz einfach, manchmal stehen wir da vor großen Herausforderungen“, erklärt Kerstin Fuchs. Sie ist die Vorsitzende des Vereins und kümmert sich zusammen mit Stephanie Ewend um die Koordination, die Spenden und die kleinen und großen Probleme, die auf dem Weg der Lebensmittel zu ihren Klienten auftauchen.


Insgesamt 486 Personen sind dabei von dem Engagement des Teams abhängig. Die müssen Jahr für Jahr über ihre Hartz-IV-Sätze ihre Bedürftigkeit nachweisen. „Das sind ganz unterschiedliche Schicksale, die die Menschen zu uns führen“, erklärt Fuchs. Arbeitslosigkeit, Trennung, Scheidung oder auch eine viel zu niedrige Rente führen dazu, dass am Ende des Monats einfach zu wenig auf dem Konto übrig bleibt. „Eine Kundin von uns ist eine Mutter mit sieben Kindern. Der Mann geht einem ganz normalen Job nach. Einer der kleinsten wurde dann aber sehr krank“, erzählt Ebend. Seither ist die Familie über die Zuwendung, die sie von der Tafel erhält, sehr froh.


Dabei hat sich die Situation der Tafeln in den letzten Jahren verschlechtert, wie Kerstin Fuchs bestätigte. „Durch die modernen Kassensysteme der Supermärkte planen die immer besser, und für uns bleibt immer weniger übrig“, erklärt sie. Ein großer Aufgabenbereich für sie ist es daher, neue Quellen zu finden, und das ist zeitaufwändig. „Auf Dauer wird es schwierig sein, das nur mit ehrenamtlichen Helfern zu stemmen“, machte auch Ewend deutlich. Einmalig unterstütze der Markt Manching die Arbeit der Tafel und Miete müssen sie auch nicht bezahlen. Von Spenden sind sie natürlich trotzdem abhängig.


Übrigens leistet die Tafel mit ihrer Arbeit nicht nur einen Beitrag für den Lebensunterhalt bedürftiger Menschen. „Viele einwandfreie Lebensmittel, die sonst im Mülleimer landen, weil sie sich nahe am Mindesthaltbarkeitsdatum befinden, werden hier tatsächlich verbraucht“, machte Ewend klar. „Und selbst das, was wir aus hygienischen Gründen nicht mehr an unsere Kunden weitergeben dürfen, landet zu einem großen Teil nicht im Müll, sondern geht weiter an die Bauern in der Umgebung“, erklärte sie weiter. Übrigens nimmt die Tafel neben sachgebundenen Geldspenden auch Sachspenden, wie beispielsweise der Packung Nudeln, die man zu viel gekauft hat oder dem Deo, das man eigentlich nicht riechen kann, an. Wie wäre es also mal mit einem Blick in die Speisekammer?
 

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