Banges Warten nach Stammzellen-Suchaktion

Banges Warten nach Stammzellen-Suchaktion

Hög

Hög, 06.02.2018 (hal/rt).

Blutabnahme für den guten Zweck.

 

Die Registrierungsaktion auf der Suche nach passenden Stammzellen für die an Blutkrebs erkrankte Leni Kühner aus Hög war ein großer Erfolg. Nun müssen die einzelnen Blutabnahmen noch im Labor ausgewertet werden. Erst dann wird es möglich sein zu sagen, ob ein passender Spender gefunden worden ist.

Ein erster Lichtblick wäre es, einen Menschen mit den gleichen Gewebemerkmalen im Blut zu finden und der dann letztlich auch zur Stammzellspende bereit und geeignet ist. Unterstützung kommt dabei von der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB), die mittlerweile drittgrößte Stammzellspenderdatei Deutschlands. Mitarbeiter der AKB waren auch in Hög mit dabei, als es darum ging, die sogenannte Typisierungsaktion organisatorisch zu begleiten. Darüber hinaus kümmern sie sich um die Pflege des bereits vorhandenen Spenderpools mit derzeit über 300.000 potenziellen Stammzellenspendern, sind ständig auf der Suchen nach einem jeweils passenden Spender und sorgen für die Untersuchung der Stammzellspenden.

Wie auch in Hög, können Freiwillige im Alter zwischen 17 und 55 Jahren bei so einem Test mitmachen. Die Proben werden anschließend in einem Labor auf die für die Typisierung gewebetypische Merkmale bestimmt. Das ist zunächst die Voraussetzung für eine mögliche spätere Stammzellenspende. Stammzellen erhalten die Mediziner entweder durch eine Knochenmarkspende, die dann mit einem chirurgischen Eingriff verbunden ist, oder durch eine periphere Stammzellentnahme, bei der die Stammzellen aus dem Blut gefiltert werden. Dabei passiert so etwas Ähnliches wie bei einer Dialysebehandlung.

Nur bis zu 30 Prozent finden einen Familienspender

Die Entscheidung, welches Verfahren angewandt wird, trifft der Arzt des Stammzellenempfängers kurz vor dem Eingriff je nach dem akuten Zustand seines Patienten. Persönliche Daten der Spender bleiben bis zu deren 61. Lebensjahr für weltweite Suchanfragen von Transplantationskliniken gespeichert. Laut AKB beginnt allerdings die Suche zunächst in der Familie des Betroffenen. „Dort findet sich leider nur in etwa 25 bis 30 Prozent aller Patienten ein passender Spender.“ Im Idealfall könne eine Suche innerhalb weniger Wochen erfolgreich abgeschlossen werden, manche Suchen dauerten aber auch Monate oder blieben erfolglos. „Dann prüfen wir gemeinsam mit dem Transplantations-Mediziner alternative Strategien, wie zum Beispiel den Einsatz von Stammzellen aus Nabelschnurblut.“ Darum ist es für die AKB wichtig, durch Typisierungsaktionen ihren Pool an Spendenwilligen ständig zu erweitern.

 


Großen Einsatz und beeindruckenden Zusammenhalt bei der Typisierungsaktion bewies die Höger Feuerwehr zusammen mit ihren benachbarten Kameraden. Foto: Feuerwehr Hög

 

AKB-Koordinatorin Manuela Ortmann bezeichnete die jüngste Aktion in Hög als eine unter den erfolgreichsten. „Von der Spenderanzahl sind wir am Ende des Tages bei 688 neu registrierten potenziellen Lebensrettern gelandet!“ Davon seien 52 Prozent Frauen und der 48 Prozent Männer gewesen. „Der Altersdurchschnitt lag bei 33 Jahren, für uns ist das ein Spitzenergebnis, weil die Spender lange in der Datei verbleiben“, so Ortmann. Die Menschen seien aus der umliegenden Region bis zu ungefähr 25 Kilometer Entfernung gekommen. Einige Vereine, darunter etliche Feuerwehren, seien geschlossen gekommen. „Die Spendensumme, rein netto in bar vom Typisierungstag liegt bei sage und schreibe 13.137,87 Euro.“ Darin seien die Kuchenspenden, die Spenden vom Künstlerbazar, von Getränken, den Wurstsemmeln und Butterbrezen sowie die Spenden aus den Blechbüchsen und der Spendensäule enthalten.

Nicht zu toppen

„Insgesamt gibt es nichts, was dieses Ergebnis noch toppen könnte. Alle waren am Ende rundum zufrieden und glücklich und hoffen nun auf einen passenden Spender für Leni, der aber eventuell auch parallel schon im weltweiten Datennetz gefunden werden konnte oder alsbald gefunden wird.“ Die Testung der 688 Höger Blutproben nehmen nun noch acht bis zwölf Wochen in Anspruch, schätzt Ortmann. Bis dahin herrscht banges Warten. Denn erst dann kann gesagt werden, ob bei dieser Aktion ein geeigneter Spender dabei war .
 

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