"Skimming" - Daten am Geldautomaten ausgespäht

"Skimming" - Daten am Geldautomaten ausgespäht

Langenbruck

Langenbruck, 29.12.2012 (hal).


Durch das Ausspähen von Bankkartendaten sind bislang unbekannte Täter an Kundeninformationen gekommen die es ermöglicht haben ohne Kenntnis der Geschädigten insgesamt rund 30.000 Euro im In- und Ausland abzuheben.


Die unbekannte Täter betraten am Samstag, 22.12.2012 Uhr den Geldautomatenraum der Sparkasse in Langenbruck, Pörnbacher Straße. Mittels einer Minikamera, welche an der Decke angebracht war und einem Aufsatz am Tastaturbedienfeld wurde vermutlich in der Zeit von ca. 06.20 Uhr bis 20.00 Uhr die PIN-Eingabe von Bankkunden ausgespäht. Zeitgleich wurden die Magnetstreifendaten der EC-Karten am Geldautomaten kopiert.
Unverständlicherweise waren die Tatverdächtigen bereits am Donnerstag, 20.12.2012 gegen 19.20 Uhr in der Bankfiliale, möglicherweise um den Tatort auszukundschaften. Zu diesem Zeitpunkt kam das Equipment der Täter aber noch nicht zum Einsatz.

Die Tatverdächtigen konnten von einer Überwachungskamera aufgezeichnet werden. Es handelt sich mutmaßlich um zwei männliche Personen, ca. 20 bis 30 Jahre alt. Beide trugen dunkle Basecaps mit Aufschrift und helle Bluejeans. Ein Täter eine graue Sweatjacke und der zweite Täter eine schwarze kurze Jacke.

Die Kriminalpolizei Ingolstadt sucht nun nach Zeugen die vor, während oder nach den genannten Zeiträumen verdächtige Personen oder Fahrzeuge in der Bank oder im Umfeld gesehen haben und dazu Hinweise geben können. Darüber hinaus werden Personen die den Geldausgabeautomaten im Tatzeitraum benutzten, gebeten sich unter 0841/9343-0 zu melden.
Bisher wurden 13 Fälle mit einem Gesamtschaden von rund 30.000 Euro bekannt. Geschädigte sollen umgehend die betroffene EC-Karte bzw. Kreditkarte sperren lassen und Strafanzeige erstatten.


Grundsätzlich rät die Polizei im Zusammenhang mit Manipulationen an Geldautomaten:

• Gehen Sie bitte sorgsam mit Ihren Zahlungskarten um und bewahren Sie die PIN stets getrennt von der Karte auf.
• Haben Sie mehrere Zahlungskarten? Betätigen Sie den Türöffner eines Bankinstitutes nicht mit der gleichen Karte, mit der Sie anschließend Geld abheben möchten.
• Geben Sie Ihre PIN niemals an einem Türöffner eines Bankinstitutes ein. Kein Geldinstitut verlangt für den Zugang zum Geldautomaten die Eingabe der PIN. Der Kartenleser hat immer nur die Funktion des Türöffners. Verständigen Sie in solchen Fällen die Polizei und das Geldinstitut.
• Achten Sie darauf, dass die Eingabe Ihrer PIN nicht von anderen beobachtet werden kann. Sorgen Sie für einen ausreichenden Sicherheitsabstand zum nächsten Kunden.
• Decken Sie während der PIN-Eingabe das Tastaturfeld mit der anderen Hand oder einem Gegenstand (z. B. Geldbörse, Blatt Papier) als Sichtschutz vollständig ab. Das erschwert das "Ausspähen" per Kamera oder Foto-Handy erheblich.
• Nutzen Sie keinen Geldausgabeautomaten, an dem Ihnen etwas ungewöhnlich erscheint, z. B. angebrachte Leisten oder Verblendungen, abstehende und lockere Teile, Spuren von Kleber rund um den Kartenschlitz.
• Bei Verdacht auf Manipulation sollten Sie den Automaten nicht nutzen. Verständigen Sie die Polizei, um mögliche Spuren sichern zu können.
• Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Kontoauszüge und wenden Sie sich bei Auffälligkeiten sofort an Ihre Bank.
• Bei dem Verdacht der Ausspähung Ihrer Kartendaten lassen Sie bitte umgehend die Karte über Ihre Bank bzw. den bundesweiten Sperrnotruf unter 116 116 sperren und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.

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