Genuss für Auge, Ohr und Kehle

Genuss für Auge, Ohr und Kehle

Langenbruck

Langenbruck, 14.03.2017 (rt).


 

Schon die gedichtete Einleitung von Josef Reichart war ein Genuss zur Premiere des diesjährigen Theater-Starkbierfestes in der mit Publikum voll besetzten Reichertshofener Pfarrer-Höfler-Halle. Den Aktiven der Langenbrucker Theaterbühne ist es aufs Neue gelungen, eine höchst amüsante Zusammenstellung von Sketchen und auf die Bühne zu bringen, dazu auch noch temperamentvolle Tanzvorführungen und als Höhepunkt den gen Himmel wetternden Engel Ambrosius.

Zwölf Aufzüge gibt es zu schmackhafter Brotzeit und süffigem Bier. Dazu eine gelungene Begrüßung, musikalisch begleitet von den Reichertshofener Musikanten mit ihrem Leiter Christian Hofner. Starke Auftritte sind es allesamt: ob nun bei „Musterklasse“, „Die Rückkehr“, „Mitternachs-Ständchen“, „Liebesleise“ oder die „Vorstandsrede“. Theater-Gesamtleiter und Regisseur Hermann Thalmeier leistete ganze Arbeit, die Mühe hat sich gelohnt. Das bewies auch der donnernde Applaus des Publikums.

Geschickt ins Programm eingebaut ist die Schwarzlicht-Tanznummer "Crazy Chicken" der Theaterjugend, die unter der Regie von Doris Sperr, Renate Wendl und Dieter Eberhardt im Straußenkostüm eine flotte Sohle nach der anderen aufs Parkett legt. Das wunderbare münchnerische Couplet "Kathi von Obergiesing" führt Karin Seidl unter Ziach-Begleitung von Sohn Gabriel auf. Wesentlich langsamer ist am Ende der Vorstellung das Langenbrucker Theaterballett. Doch auch jenes zeigt, dass es auch anders kann.

 

 

Reichert legt gleich am Anfang der vergnüglichen Drei-Stunden-Aufführung ordentlich los und richtet seine Worte an die „edle Masse“: „Habe die Ehre oi mitnand in ana Zeit im Bayernland, wo da Himme meist no is weiß-blau bei uns do in da Holledau; wos`Bier noch dem Reinheitsgebot werd braut, doch leider unser Sprach total versaut. Wo no a poor Fisch in de Flüße schwimma, doch an Hopfavogl sieght ma nimma, wo den Hopfa zupft jetz a Maschin, und da Spargl wachst unter da Folie drin, wo ma Sankt Kastulus verehrt, aber trotzdem koa Schimme mehr g`stoin werd. Wo de Kirch no werd im Dorf drinn g`lass`n, doch d`Glock`n soist net Leit`n lassn - und im Wirtshaus, glei danem duats Saziki, Gyros oder Pizza gem. Wenn da oid Bauer geht in` Ausdrog naus, wohnt er im lachsfarbnen Toskana-Haus.“ Aufs Korn genommen werden dann die E-Bike-Fahrer oder jene, die sich über das Krähen eines Gockels aufregen. Heftig wird es, wenn Reichert über das b röckelnde Europa herzieht und die allgemeine Herrschsucht beklagt.

 


Nur kurze Zeit später berichtet Reporterengel Ambrosius im Hauptakt an seinen himmlischen Vorgesetzten Zyprianus ebenfalls über allerhand irdische Ungeheuerlichkeiten. So werde der Langenbrucker Pfarrer Schwertfirm ordentlich ins Schwitzen kommen, wenn er zu seinen bisherigen drei Parreien heuer auch noch Pörnbach und Reichertshofen dazu bekomme. „Ob er do dann iwahapt no Zeit hot fia de Seelsorge ?“ Die Diözese sollte ihm Beistand schicken, am besten gleich einen Manager. Doch jene erwarten hohe Gehaltszahlungen. So ähnlich wie bei den Fußballvereinen. Sogar der FC-Geisenfeld verlange ja schon von den Frauen Eintritt bei seinen Spielen.

Teuer sei halt mitttlerweile alles, selbst die Grundstücke in Reichertshofen: „Wia soi se denn do a einheimischer Normalverdiener des no leist`n kinna ? Und wos kimmt dabei raus ? Es gibt oiwei mehra Hergezogene, sogenannte Zuagroaste, freile de, de zwar de bayrische, ländliche Landschaft lieben und de reine Luft, aber net den Duft, wenn da Bauer Odl fohrn muaß.“ Das Schlimmste aber sie, dass „de den boarisch`n Dialekt nimma vostehna, und sogor de boarische Sprach untergrom.“ Bald würden auch noch Schaf, Ochs und Esel aus dem Weihnachtskripperl verbannt. Zu guter Letzt kommt nochmals Lokalkolorit ins Spiel: „… damit in Reichertshofa de Friedhofs-erweiterungsfläche hinter der Aussegnungshalle net ungenutzt brachliegt, hot se da Marktgemeinderat dazua entschloß`n an Kindergart`n dohi z`baun. Soso, genau, direkt nebam Friedhof ?Wiaso net Zyprianus ? So hot ma as Alpha und as Omega ganz nah beinand, und Beschwerden über Kinderlärm, von de direkt`n Nachbarn beziehungsweise Grundstücksbewohner san gewissermaß`n nicht zu erwarten. War`n dessweng frias um d`Kirchan rum oiwei de Friedhöfe, weil se de Untermieter net iwan Glockenlärm beschwern kinna ?“

 


Schauspielerische Glanzleistungen bewiesen etliche Schauspieler-Neuzugänge aber auch die bewährte Truppe: Andreas Wehner, Sepp Reichart, Philipp Nißl, Lisa Reichart, Franziska Haas, Luisa Wehner, Stefan Haas und Florian Wehner, Anna Eiglmeier und Vinzenz Kamm, Alina Eberhardt-Talens, Lena Weidendorfer, Christine Schönauer, Antonia Seidl, Laura Offermatt, Larissa Kovtum, Atin Zug, Janette Ben-Soltan, Christine Weiher, Katja Heckner, Bastian Benna, Ruben Wgner, Thomas Ippi, Kathrin Kern, Ronja Laub, Isabella Kaiser, Katja Heckner, Rubinca Wagner, Vinzenz Kamm, Helmut Kürzinger, Robert Kaiser Fabian Grabich, Andreas Wehner und Josef Pfab.

 


 

Unter den begeisterten Gästen waren neben dem stellvertretende Pfaffenhofener Landrat Anton Westner auch Reichertshofens Bürgermeister Michael Franken sowie Ortspfarrer Michael Schwertfirm, dazu Pfarrer Karl Mayr aus Reichertshofen und Pfarrer Josef Maier aus Baar-Ebenhausen.

 


Wer sich nun für weitere Aufführungen interessiert und Karten dafür erwerben will, wird enttäuscht: Alle noch kommenden Vorstellungen sind ausverkauft und selbst eine Abendkasse gibt es nicht, denn eventuell zurückgehende Karten sind bereits zur Abnahme reserviert.

 

 

Anm. d. Red.: Die im Beitrag zitierten Orignialtexte sind mit freundlicher Genehmigung von Josef Reichart unserer Zeitung von ihm zur Verfügung gestellt worden.
 

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