Ein bisschen Nachholbedarf

Ein bisschen Nachholbedarf

Langenbruck

Langenbruck, 08.04.2017 (rt).

Dankte Florian Ramsl (stehend links) von der Versicherungskammer Bayern für einen Schaumtrainer: Kreisbrandrat Armin Wiesbeck.

 

Am heutigen Samstagvormittag war die Frühjahrstagung der Feuerwehr-Kommandanten des Landkreises Pfaffenhofen in der Langenbrucker Pfarrer-Höfler-Halle. Im Rahmen des Treffens bekamen die Wehren eine hochwertige Schaumlösch-Trainingseinheit von einem Vertreter der Versicherungskammer Bayern überreicht. Der stellvertretende Landrat Anton Westner (CSU) sprach von einem beispielhaften Engagement der Feuerwehrleute, dass diesen nicht hoch genug angerechnet werden könne.

Armin Wiesbeck konnte sich über einen mit Feuerwehrleuten und Lokalpolitikern vollen Veranstaltungsort freuen. Immerhin 2,6 Prozent der Landkreisbevölkerung sei in der aktiven Feuerwehr ehrenamtlich zur Sicherheit der Bürger tätig, berichtete der Kreisbrandrat. „Ein bisschen Nachholbedarf“ gebe es bei den weiblichen Angehörigen der Wehr. Von den aktuell 3.231 Aktiven seien nur 8,3 Prozent oder 269 Frauen. Erfreulich sei mit 629 die relativ hohe Zahl der Atemschutzgeräteträger; 576 jugendliche Feuerwehranwärter gebe es und diese machten mit 176 jungen Frauen einen 30,6-prozentigen Anteil aus. Der Trend gehe nach oben, meinte Wiesbeck zu den weiterhin steigenden Einsatzzahlen. Im vergangene Jahr waren es insgesamt 2.567, wovon auf Brände 437 und technische Hilfeleistungen 1.593 Einsätze entfielen. Dass die Hilferufe deutlich zunähmen sei vor allem auf die ebenfalls steigende Zahl an Unternehmen zurückzuführen und auch die Bevölkerung wachse ja kontinuierlich.

Super beim Wissenstest

Kreisbrandmeister Klaus Reiter zeigte sich sehr zufrieden mit der Beteiligung an einer ganzen Reihe unterschiedlicher Leistungsprüfungen und der in 2016 noch als Jugendwart tätig gewesene Benedikt Stuber verwies auf 321 Jugendliche, die beim Wissenstest der Feuerwehr mitgemacht hätten. Das sei „super“ befand der Kreisbrandinspektor, so viele Teilnehmer habe es zuvor noch nie gegeben. Der Termin 15. Juli als Kreisfeuerwehr-Jugendtag, ausgerichtet von der Feuerwehr Tegernbach, wurde bei der Gelegenheit auch bekannt gemacht.
Über den Stand der Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger informierte Kreisbrandmeister Christian Walter und gab zuvor einen Rückblick auf die vergangenen zehn Jahre der speziellen Ausbildung dazu, die in Schweitenkirchen alljährlich stattfindet. Derzeit sei dort die Pucher Wehr und im kommenden Jahr voraussichtlich jene von Niederlauterbach. Die Zahl der Atemschutzgeräteträger stagniere seit einiger Zeit. Da die Aufgabe eine gute Kondition erfordere, könnte etwa mit Erwerb des Feuerwehr-Fitnessabzeichens - das heuer Feuerwehrleute aus Wolnzach ablegen würden - eine gewisse Unterstützung der körperlichen Belastungsfähigkeit geschaffen werden, regte Walter an. Zur CSA-Ausbildung und zu Dekon-P sagte Kreisbrandmeister Johann Rottler einige Worte. So gebe es 15 neue CSA-Träger und am 1. Juli stünde eine Großübung in Baar-Ebenhausen an.

Abteilungsleiter Niklas Hafenrichter vom Landratsamt teilte unter anderem mit, dass die Führungsgruppe Katastrophenschutz viele neue Mitglieder gewinnen konnte. Ein Dreischichtbetrieb im Katastrophenfall sei dadurch gewährleistet.

 

Hielt zwei unterhaltsame aber auch informative Vorträge: Kommandantin Nikola Schwaiger.

 

Florian Ramsl von der Versicherungskammer Bayern überreichte zur Verwendung bei den Feuerwehren des hiesigen Landkreises einen sogenannten Schaumtrainer im Wert von etwa 4.000 Euro. Die Anlage weist alle für einen Schaumeinsatz notwendigen Utensilien in einem verkleinerten Maßstab auf. Daher ist nur wenig Schaum notwendig, um alle in der Praxis vorkommenden Effekte simulieren zu können. Der Schaumtrainer werde zentral gelagert und nach Anmeldung ausgegeben., kündigte Wiesbeck an. Zuvor gebe es jedoch eine spezielle Ausbildung für vier Teilnehmer aus den Reihen der Kreisfeuerwehr, die dann als Instruktoren ihr Wissen weitergeben.

Lob für Franken

Einen unterhaltsamen aber ebenso informativen Vortrag über eine Feuerwehrübung in einem Seniorenheim hielt die Höhenkirchener Feuerwehrkommandantin Nikola Schwaiger. Nach einer zunächst langen Vorbereitungszeit erwies sich die unter sehr realistischen Bedingungen ausgeführte Übung als sehr lehrreich. Unter anderem habe sich ein Pateiententragelaken bewährt, das dauerhaft unter der Matratze eines Bettlägerigen untergebracht wird. Nach der Übung habe die Leitung dses Seniorenheims dies für alle entsprechenden Heimbewohner angeschafft. Schwaiger ist auch Sprecherin der Kinderfeuerwehr im Bezirk Oberbayern. In dieser Eigenschaft warb sie für die Gründung dieser freiwilligen Einrichtung bei der man derzeit mit einem Alter von sieben Jahren einsteigen kann und dann mit dem zwölften Lebensjahr enden kann. Das sei jedoch nicht der Job der Jugendfeuerwehr. Die Kinderfeuerwehr laufe völlig separat mit eigenen, altersgerechten Inhalten. Ramsl ergänzte, dass es 150 Euro Zuschuss bei Gründung einer Kinderfeuerwehr von der Versicherungskammer Bayern gebe.

Schwaiger sprach Reichertshofens Bürgermeister Michael Franken (JWU) ein besonderes Lob für dessen Bemühungen um den vorbeugenden Brandschutz aus. Dies sei keineswegs selbstverständlich, wie die Kommandantin betonte. Franken selbst wies in seinem Grußwort zuvor darauf hin, dass die Feuerbeschau in Reichertshofen einen hohen Stellenwert besitze.
 

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