Reichertshausener Schlossgespräch

Reichertshausener Schlossgespräch

Reichertshausen

Reichertshausen, 29.08.2017 (aem).


Am gestrigen Abend fand im Rahmen der „Schlossgespräche“ im Reichertshausener Wasserschloss auf Einladung von MdB Erich Irlsdorfer ein exclusives, auf 50 Gäste beschränktes, Schlossgespräch mit der CSU-Landesgruppenvorsitzenden Gerda Hasselfeldt statt. Schlossherr Sebastian Freiherr von Cetto und seine Ehefrau Angelika Freifrau von Cetto hatten ihren Schlossinnenhof für dieses Event zur Verfügung gestellt.

Sebastian Freiherr von Cetto begrüßte die Gäste und informiert über die Schlossgeschichte. Die ältesten Teile von Schloss Reichertshausen stammen aus der Zeit um 1100 und wurden im 16. Jahrhundert im spätgotischen Stil umgebaut. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde das Schloss zerstört, aber mit einer Mauer und dem Graben als Wasserschloss wieder aufgebaut. Das Schloss Reichertshausen ist als Dreiflügelanlage angelegt. Durch die Begrenzung der vierten Seite durch eine Mauer wurde ein Innenhof umfasst. Im Jahre 1840 ging der Schlossbesitz an die Familie von Cetto über.

Moderator an diesem Abend war jedoch nicht Erich Irlsdorfer, sondern MdL Dr. Florian Herrmann. Aufgrund eines Trauerfalles im Hause Irlsdorfer (wir berichteten über den Sturz der 95jährigen Tante anlässlich des Grillabends beim CSU-Ortsverbands Ilmmünster) war Dr. Herrmann eingesprungen. Bei dem Gespräch wurde aber nicht nur über politische Grundsatzfragen geredet, sondern auch mal über den Tellerrand hinweg auf Privates geschaut.

Gerda Hasselfeldt erzählte nicht nur über ihre Arbeit, sondern bezog bei ihrem politischen Lebenslauf auch immer wieder Privates mit ein. Von Kindesbeinen an war sie öffentlich auf einem Bauernhof mit Metzgerei und Gasthaus aufgewachsen, geboren 1950 als zweitältestes von sechs Kindern. Ihr Vater war Bürgermeister. Es ist für alle selbstverständlich gewesen, dass der Fernseher im Gasthaus für die Gäste, aber nicht für die Kinder da war. Arbeiten wie abräumen, abspülen und putzen im elterlichen Gasthaus gehörten für Hasselfeldt ebenso dazu wie der Halbtagsjob in einer Bank während ihres Diplomstudiums der Volkswirtschaft.

 

Sie wusste früh, was sie wollte, nämlich eine Familie gründen, arbeiten und sich aber auch politisch engagieren. Nach der Heirat kam im Jahre 1977 ihr erstes Kind zur Welt. Damals gab es noch keine ausgebaute Kinderbetreuung wie heutzutage. Sie blieb lediglich während der freigestellten acht Wochen vor und sechs Wochen nach der Schwangerschaft bei ihrem Sohn. Danach stellte die Familie eine Haushaltshilfe ein und ihr Mann als Lehrer hatte nachmittags ebenfalls Zeit für den Sohn. Freilich wurde sie von vielen als „Rabenmutter“ beschimpft. Sechs Jahre später – 1983 kam ihre Tochter zur Welt. Sie war dann bis 1987 Mitarbeiterin bei der Bundesanstalt für Arbeit, zuletzt ab 1985 als Leiterin der Abteilung Berufsberatung im Arbeitsamt Deggendorf und 1987 schaffte sie den Sprung in den Bundestag.

Schlossherr Sebastian Freiherr von Cetto, MdB Gerda Hasselfeldt, Marco Nobre dos Reis (Kreisgeschäftsführer JU), Max Nieder (CSU-Praktikant), Christopher Schink, Pablo Nobre dos Reis

Die Liste ihrer Vorsitze und Vorstände ist enorm und bei einigen Stationen ihrer politischen Arbeit mit Größen wie Franz Josef Strauß, Helmut Kohl oder auch die jetzige Bundeskanzlerin gab Hasselfeldt detailliert und ehrlich Antwort auf Fragen des Zusammenarbeitens. Sie bezeichnete z.B. den historischen Weitblick Helmut Kohls bei der Wiedervereinigung gerade in Bezug auf die Allierten als größtes Glück für die Bundesrepublik.

Bevor „die Heizung im nostalgischen Innenhof ausgeschaltet wird“, so Dr. Herrmann, stand Hasselfeldt am Ende der Veranstaltung den Fragen der Gästen noch Rede und Antwort.


 

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