Demenz - Krankheit des Vergessens

Demenz - Krankheit des Vergessens

Jetzendorf

Jetzendorf, 09.09.2017 (aem).

Demenz - Krankheit des Vergessens

 

Am heutigen Samstag Vormittag bot die Alzheimer Gesellschaft Pfaffenhofen e.V. in der südlichsten Gemeinde des Landkreises einen kostenlosen Kurs an, in welchem in vier Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten Grundkenntnisse im Umgang mit demenzkranken Menschen vermittelt wurden. Referentin war Helga Inderwies, Gründerin und 1. Vorsitzende des Vereins.

„Wir bieten diese Kurse viermal im Jahr in verschiedenen Gemeinden des Landkreises an, darunter einmal im Alzheimer Büro in Pfaffenhofen selbst. Dass diese Kurse kostenfrei gehalten werden können, ist den großzügigen Unterstützungen verschiedener Banken zu verdanken,“ erklärte Inderwies eingangs.
Die Resonanz sei gut; zu jedem Kurs kommen so zwischen zehn und zwölf Personen; eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Heute in Jetzendorf waren dreizehn Interessenten gekommen.

Die vier Unterrichtsmodule gliederten sich auf in


- Was versteht man unter einer Demenz und wie verläuft diese Krankheit?
- Wie erleben Demenzkranke ihre Erkrankung, und wie wirkt sich dies auf ihre Umgebung aus?
- Wie kann man gut mit den Kranken umgehen und sprechen? Und
- Wo gibt es Ansprechpartner und professionelle Hilfen im Landkreis Pfaffenhofen?



 

Demenz ist eine Krankheit wie jede andere, jeder kann es bekommen, trotzdem schämen sich viele Betroffene sowie Familienmitglieder dafür. Der Begriff Demenz kommt aus dem Lateninischen: De (= weg) Mens (= Geist) und ist ein Oberbegriff für eine Vielzahl von Unterformen, die sich durch die unterschiedlichsten Krankheitsbilder zeigen. Alzheimer und Demenz ist also nicht dasselbe: Unter Demenz versteht man ein Muster von Symptomen, das viele verschiedene Ursachen haben kann. Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste dieser Ursachen bei der primären Demenz. Die sekundäre Demenz wird als Folge einer anderen körperlichen Störung angesehen; das Gehirn funktioniert einfach nicht mehr so gut, weil Gehirnzellen aufgrund dieser anderen körperlichen Störungen abgestorben sind.


Anschaulich erklärte Helga Inderwies die Vielfältigkeit dieser Krankheit, das Zustandekommen sowie den Umgang mit Demenz Erkrankten. Immerhin leben in Deutschland 1,6 Millionen Menschen mit dieser Diagnose, wobei die Dunkelziffer vermutlich noch sehr viel höher ist, weil viele Betroffenen zwar selbst bemerken, dass mit ihnen etwas nicht stimmt, sich jedoch nicht die ärztliche Bestätigung vom Neurologen holen – ganz nach dem Motto: „Ich weiß zwar, dass nicht mehr so alles mit mir stimmt, aber ich brauche das nicht auch noch schwarz auf weiß.“
Gepflegt werden zwei Drittel der bestätigten Demenzfälle von Angehörigen daheim. Eine schwierige Aufgabe. Im Landkreis Pfaffenhofen sind es derzeit ca. 1.500 an Demenz Erkrankten – Tendenz nach oben. 2030 wird sich die Zahl auf 2.200 erhöht haben.



 

Die Alzheimer Gesellschaft Pfaffenhofen steht jeden Donnerstag von 10 bis 12 Uhr oder nach Vereinbarung persönlich oder telefonisch im Büro in der Michael-Weingartner-Str. 9
85276 Pfaffenhofen/Ilm, Tel: 08441 7899444 zur Verfügung.

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