Woodstock für Gläubige

Woodstock für Gläubige

Scheyern

Scheyern, 06.05.2018 (aem).



 

Am heutigen Sonntag wurde in der Scheyrer Benediktinerabtei wieder das Kreuzfest gefeiert und zahlreiche Fußwallfahrer aus der fernen und nahen Gegend waren auch mit dabei. Viele Pilgergruppen aus den Landkreisgemeinden kommen seit Jahrzehnten. In und um Scheyern parkten Fahrzeuge mit den unterschiedlichsten Kennzeichen. Die Eucharistiefeier zelebrierte der Erzabt Wolfgang Öxler von der Erzabtei Sankt Ottilien.

 


 

Der Himmel azurblau; die frisch gemähten Gärten der Klosterinnenlage im saftigen grün; die Sonne strahlte wärmend herab und die meisten Besucher des Kreuzfestes, die keinen Platz auf den aufgestellten Stuhlreihen bekommen hatten, machten es sich einfach auf dem Rasen bequem und lauschten den Worten des Erzabtes Wolfgang Öxler. Ruhig und friedlich war die Stimmung; nur ab und zu sangen auch die Vöglein zu der herzerfrischenden und sehr menschlichen Predigt des Gottesmannes, die aus zahlreichen Lautsprechern tönte.

 


 

„Gerade das Kreuz sei für die Menschen sehr von Bedeutung“ betonte Öxler. „Ich bin erst vorige Woche aus Südafrika zurückgekommen und dort habe ich Kinder getroffen, die sexuell missbraucht worden sind. Es geht vielen Menschen viel, viel schlechter als uns, aber die Menschen haben nicht ihren Lebensmut verloren und sind dankbar und freundlich – auch wenn sie schlecht behandelt worden sind. Leider ist es heutzutage oft so, dass man sich denkt, wenn ich beispielsweise zuerst grüße und der Gruß wird nicht erwidert, dann grüße ich halt nicht mehr. Das ist jedoch der falsche Weg. Was würde Mutter Teresa sagen? Es immer und immer wieder versuchen“, so der Erzabt.

 


 

Auch einen Witz hatte Öxler in seiner Predigt parat: „Kommt ein altes Mütterlein zum Pfarrer. „Ehrwürdiger Herr Pfarrer, Sie bekommen meinen ganzen Besitz, ich vermache all mein Vermögen der Kirche, wenn Sie mir versprechen, dass ich in den Himmel komme“. Pfarrer: „Tja das wird schwierig, schwierig - aber versuchen tun wir es auf alle Fälle!“

 


 

Im Seminarraum wurden die Kinder mit einem Kindergottesdienst gut betreut, so dass alle – die Eltern und die Kinder – etwas von diesem Kreuztag hatten. Bombiges Wetter, nachdenkliche, aber auch erheiternde Worte, friedliche Stimmung untereinander – das macht das Scheyrer Kreuzfest aus.


INFORMATION:

Seit über 800 Jahren wird in der Benediktinerabtei Scheyern eine der kostbarsten und bedeutendsten Kreuzreliquien im süddeutschen Raum aufbewahrt und verehrt. Die Wallfahrt, die seit dem hohen Mittelalter nach Scheyern führt, findet noch jedes Jahr in den beiden Kreuzfesten ihre Höhepunkte. Mehrere hundert Pilger machen sich dann auf den Weg, um mit ihrem Besuch das Scheyrer Kreuz zu ehren und mit der Kreuzreliquie gesegnet zu werden. (Quelle: www.kloster-scheyern.de)

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