Sondersitzung des Gemeinderates Scheyern - Teil 2

Sondersitzung des Gemeinderates Scheyern - Teil 2

Scheyern

Scheyern, 28.06.2018 (aem).

Sondersitzung des Gemeinderates Scheyern – Teil 2

Wie bereits gestern ausgeführt, hatten 15 Behörden und Träger öffentlicher Belange sowie 21 betroffene, namentlich genannte Privatpersonen Anregungen bzw. Einwände zur 2. Änderung des Bebauungsplanes Nr. 14 „Ortskern Scheyern“. Das Regenburger Architekturbüro Dömges in Gestalt von Martin Gebhardt und Marcus Wohlfromm hatten hierzu eine Abwägungstabelle erstellt und dem Gemeinderat zur Abstimmung vorgelegt.

 

Zweimal das gleiche Bild: Beim unteren Bild wird das hellblau umrandete Areal die grüne Lunge von Scheyern werden.

 

Der geänderte Bebauungsplan sieht eine so genannte grüne Lunge im Scheyrer Ortskern vor. Diese wird aus dem Bebauungsplan herausgenommen und hierfür ein separater Bebauungsplan erstellt.
Es handelt sich bei dem Bebauungsplan um ein Misch-, Dorf- und Wohngebiet mit über 70.000 m² Fläche.


Die relevantesten Merkmale sind u.a.: Die Zahl der maximal zulässigen Wohneinheiten wird aufgestockt. Das heißt, nunmehr darf in Wohngebäuden je angefangene 300 m² Grundstücksgröße eine Wohneinheit gebaut werden, begrenzt auf maximal sieben Wohneinheiten.

Der Bayerische Bauernverband regte Baufenster für die ortsprägenden verbliebenen fünf Scheyrer Hofstellen (hiervon noch zwei aktive) an. Die Höhe der Einfriedungen bzw. Zäune im festgesetzten Dorfgebiet (dies betrifft z.B. diese Hofstellen) darf maximal 1,80 betragen. Der Einwand von Pater Lukas Wirth (CSU) hier: „Aber dann bitte nur durchsichtige Zäune oder einen Maschendrahtzaun.“
Grelle und leuchtende Farbgebungen der Einfriedungen bzw. geschlossene, dichte Zäune sind ebenfalls nicht zulässig.

 

Das Grundstück der Gemeinde Scheyern, wo sich der ehemalige Hochbehälter der Wasserversorgung Scheyern befand, war für eine evtl. später mögliche Wohnbebauung vorgesehen. Hier forderte das Landratsamt Pfaffenhofen – Abfallwirtschaftsbetrieb - in seiner Stellungnahme den Ausbau eines Wendehammers. Nach Kostenermittlung seitens der Gemeinde hierzu wären für den Straßenbau + Wendehammer sowie die Wasserleitungen und die Abbruchkosten hier mindestens 335.000 Euro zu veranschlagen. Als Alternative ist nun angedacht, dass die Müllfahrzeuge über den Radweg direkt zur Staatsstraße 2045 gelangen können.

 

Die 21 Einwände der betroffenen, namentlich genannten Personen wie z.B. der Bau eines Walmdaches im Bereich der Plöckinger- / Ludwigstraße wurde ebenso abgelehnt, wie der Antrag auf dreigeschossige Bebauung aufgrund der topographischen Lage. Heiß diskutiert wurde unter den Räten auch, ob nun die Baulinien mit den Grünflächen eingehalten werden muss. Die Stichstraße fällt im neuen Bebauungsplan wegen Unwirtschaftlichkeit in Zukunft weg.

 

Franziska Stöckl vom Landschaftsarchitekturbüro Narr-Rist-Türk informierte die Gemeinderatsmitglieder über die Ausgleichsflächen. Diese 7.668 m² Ökoflächen werden gebildet aus vier Klärteichen der ehemaligen Kläranlage Fernhag. Der Dummeltshauser Bach mündet in den östlichen Teich und fließt dann nördlich entlang der Fläche. Grünflächen umgeben diese früheren Klärteiche. Der renaturierte Bach schlängelt sich, begleitet von Tümpeln durch die Ausgleichsfläche. Andreas Mahl (Freie Wähler) brachte es auf einen Punkt: „Fernhag muss für den Scheyerer Bebauungsplan bluten.“


 

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