Ist E-Mobilität die Zukunft?

Ist E-Mobilität die Zukunft?

Kelheim

Kelheim, 24.09.2017 (hal/sh).

Fotoquelle: Landratsamt v.l.n.r. Christian Kutschker, Ludwig Friedl, Julia Schönhärl, Dr. Guido Weißmann, Landrat Martin Neumeyer, Klaus Blümlhuber, Bürgermeister Horst Hartmann und Martin Hanner

 

Auf Einladung von Landrat Martin Neumeyer trafen sich am 14. September 2017 die Vertreterinnen und Vertreter aus den Städten und Gemeinden des Landkreises Kelheim und informierten sich über die Umsetzbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Technik der Elektromobilität.

Verschiedene Vorträge beleuchteten die Hintergründe, Anforderungen und Herausforderungen für Kommunen, die sich für die E-Mobilität interessieren. Neben den Aspekten Klimaschutz, Luftreinheit und Nutzung erneuerbarer Energien wurde bestätigt, dass bereits heute der Verkehr in Deutschland emissionsfrei und elektrisch mit „grünem Strom“ betrieben werden könnte. Dr. Guido Weißmann von Bayern Innovativ belegte mit Zahlen die positive Umweltbilanz und den geringen ökologischen Fußabdruck von Elektroautos im Vergleich zu konventionellen Fahrzeugen. Dr. Weißmann stellte dar, dass die verbrauchte Energie zur Herstellung von Fahrzeugen, Batterien und der erneuerbaren Energien wesentlich geringer sei als die Energie, die zur Herstellung von Verbrennerfahrzeugen und fossilen Kraftstoffen aufgewendet werden muss. Bereits nach ca. 30.000 km fällt die Ökobilanz von Batteriefahrzeugen deutlich besser aus. Da Ladepunkte in Deutschland zu 99 % mit „grünem“ Strom gespeist werden, ist diese Rechnung durchaus legitim und keine Schönfärberei.

Als gute Nachricht versicherte Martin Hanner, Leiter Kommunen und Kooperationen Region Ostbayern Bayernwerk Netz GmbH, dass das Niederspannungsnetz ausreichend ausgelegt sei, um E-Fahrzeuge auch in großem Umfang zu beladen. Der Ausbau der erneuerbaren Energien bringt genug Strom ins Netz und der Leitungsbestand könne ohne Ausweitungen alle Anforderungen bewältigen.

Wenn Kommunen E-Mobilität planen, ist auch der eigene Fuhrpark ein Thema. Annette Schwabenhaus, geprüfte Beraterin für Elektromobilität, machte deutlich, dass es für die meisten kommunalen Anwendungen bereits E-Fahrzeuge gibt, die auch wirtschaftlich betrieben werden können. Die Ladeinfrastruktur vor Ort sollte den Bedürfnissen der e-mobilen Anwohner, Gewerbetreibenden und Gästen angepasst sein.

 

Klimaschutzmanager Dominik Bigge aus dem Landkreis Forchheim berichtete vom landkreisweiten Ausbaukonzept und stellte klar, welche Hürden auf dem Weg zur regionalen E-Mobilität zu nehmen sind und wie der Landkreis Forchheim sie gemeistert hat. Rechtsanwalt Christian Mayer von der Münchener Rechtsanwaltskanzlei Noerr LLP informierte über Gesetze und Verordnungen rund um den Aufbau von Ladeinfrastruktur.

Stefan Sulzenbacher von der REWAG Regensburg sensibilisierte die Zuhörer für die richtige Standortwahl von Ladeinfrastruktur und zeigte Beispiele, welche Fehler nicht gemacht werden sollten. Der Marketingexperte brachte den Zuhörern die Ernsthaftigkeit dieses sensiblen Themas nahe.

Als Gastgeber ging Christian Kutschker, Geschäftsführer der Abens-Donau Energie, zum Abschluss ins Detail: Was kostet die Errichtung, der Netzanschluss und der Betrieb einer Ladesäule? Seine Darstellung widerlegte einige Vorurteile zu den mittel- und langfristigen Kosten für Kommunen und zeigte auf, dass eine Ladeinfrastruktur auch mit den Förderprogrammen des Bundes finanzierbar ist. Insgesamt wurde klar, dass die Vorteile der Elektromobilität für den Handel, die Gastronomie und das Gewerbe, sowie für den Klimaschutz und die Luftreinheit klar auf der Hand liegen.
 

 

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