Datenübertragung per Licht?

Datenübertragung per Licht?

Kelheim

Kelheim, 01.02.2018 (hal/sh).

2013 hatte der Kreisausschuss beschlossen, dass bis auf wenige Ausnahmen in den Landkreiseinrichtungen (Schulen, Landratsamt usw.) grundsätzlich kein Funk-WLAN zulässig ist. Landrat Martin Neumeyer und Bürgermeister Blascheck griffen den Vorschlag von Peter-Michael Schmalz auf, auch in Bayern ein erstes Pilotprojekt zur Datenübertragung per Licht an Schulen umzusetzen. Als nächster Schritt soll nun Anfang 2018 die Pilot-Schule in Stuttgart besucht werden.

Landrat Martin Neumeyer (CSU) hatte sich bereits vor einigen Monaten mit Kreisrat Peter-Michael Schmalz, den er im Juni 2017 mittlerweile zu seinem Berater in Umweltfragen bestellt hatte, zusammengesetzt und die Sachlage besprochen. Es sollte ein Weg gefunden werden, wie einerseits sowohl der Notwendigkeit der Unterweisung der Schüler im Umgang mit den digitalen Medien und zum anderen der Notwendigkeit einer möglichst effektiven Gesundheitsvorsorge Rechnung getragen werden kann.

Dies entspreche dem von ärztlichen Standesorganisationen entwickelten ALARA-Prinzip. „As low as reasonable achievabele“ und bedeutet dabei, dass so wenig Strahlung wie möglich auf den menschlichen Körper einwirken und nur so viel Strahlungsenergie wie zur Datenübertragung unbedingt nötig verwendet werden soll.

Da der Landkreis Kelheim der Sachaufwandsträger für Gymnasien, Realschulen, Fach- und Berufsoberschule, Berufsschule und Förderschulen ist, kommt ihm daher besondere Verantwortung zu.

Peter-Michael Schmalz hatte in seiner Eigenschaft als Umwelt- und Verbraucherschutzreferent des Marktes Langquaid, bereits 2006 für den Markt Langquaid ein gesundheitliches Vorsorgekonzept bei der Mobilfunkversorgung entwickelt, umgesetzt und fortlaufend aktualisiert. Vor diesem Hintergrund machte er Landrat Martin Neumeyer einen Vorschlag, wie auch auf Kreisebene der bisherige grundsätzliche Vorsorgebeschluss 2013 weiter entwickelt werden kann.

Wesentliches Element seines Vorschlag war dabei, dass man, wo überall möglich, statt der mobilen Datenübertragung per Funk auf die gesundheitlich unbedenkliche Datenübertragung per Licht setzt. In den Bereichen, wo Lichtübertragung derzeit (technisch noch) nicht möglich sei, sollte man statt ein oder zwei stark strahlenden zentralen Funkstrahlern alternativ auf nur mit geringer Intensität dezentral sendende Mikrozellen setzen.

Zudem organisierte Peter-Michael Schmalz eine Expertenrunde zum Thema VLC im Landratsamt Kelheim. Haupt-Referent bei dieser Expertenrunde war der Wissenschaftler Dr. Anagnostis Paraskevopoulos vom Fraunhofer-Institut.

Ergebnis des Vortrags von Dr. Paraskevopoulos war, dass bereits jetzt in der Industrie die Datenübertragung per Licht Standard ist und eine große Rolle spielt, sei es aus Sicherheitsgründen oder wegen der hohen Datenübertragungsraten.

Dr. Paraskevopoulos: "Was den Einsatz von VLC an Schulen betrifft, so stehen wir kurz vor der Serienreife. An einer Stuttgarter Schule laufe mit Unterstützung der Stadt Stuttgart und des baden-württembergischen Kultusministeriums der deutschlandweit erste Pilotversuch der Datenübertragung per Licht im Schulunterricht".

 

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