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Die große Sünde
Zur Euro-Krise und Euro-Rettung
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Die Prämissen für den Atomausstieg

oder 10 Forderungen an die Entwicklung der globalen Energieerzeugung


Wolnzach, 18. Mai 2011 (ted). Mit der überraschenden Ablehnung der Atomkraft durch Merkel-Seehofer nach Fukushima kommt die Frage des „richtigen Energie-Mixes“ wieder auf den Tisch. Leider treffen dazu viel zu viele Meinungen und Interessenlagen auf einander, Begriffsfehlleitungen inklusive. Die Energie- und Transportwirtschaft – Erdöl, Strom und klassische Automobile – dominiert die Weltwirtschaft im 20. Und 21. Jahrhundert. Ein Umdenken und Abstandnehmen von riesigen Vermögen fallen da schwer. Zusätzlich zum Ausstieg aus der Atomenergie kommt der Wunsch, das Weltklima durch reduzierten CO2-Ausstoß weniger stark zu schädigen. Es wird nämlich immer klarer, dass die Luftverschmutzung aus Verkehr, Heizung und Stromerzeugung schneller wächst, als es der Planet verkraftet. Der Klimawandel läuft bereits und beschleunigt sich. Auch für nicht grüne Politiker ist dies einsehbar. Deshalb überholt die CSU die Grünen derzeit auf der Sonderspur der Grünen. Wenigstens werden die geläuterten Merkels und Seehofers international gehört, was für Grüne bislang nicht zutraf. Gerade die US-Politiker waren Handlanger des auf Bestandsbesitztum fixierten Kapitals. Mit Obama besteht eine Chance auf Besserung, doch seine Wiederwahl wird ihn große Zugeständnisse an die Kapitalseite abverlangen. Im Westen also nichts Neues.

Nun zu den Fakten: Erdöl hat in seiner Förderung den Peak überschritten d.h. die Vorräte sind begrenzt, gehen zur Neige mit laufend steigenden Preisen und verschmutzen weiterhin beim Verbrauch die Atmosphäre. Forderung Nr.1: der Ausstieg aus dem Erdöl bei Stromerzeugung, Heizung und Verkehr. Mit Erdgas verhält es sich ähnlich, nur ein wenig zeitversetzt. Zusätzlich entstehen noch höhere politische Abhängigkeiten z.B. Europa von Russland.

Mit den Uranvorräten sieht es nicht besser aus. Ein Ausstieg kommt also per naturam auch ohne Politik und ungeklärter Endlagerung. Leider wird mit der Angst vor Atomenergie auch der Fusionsreaktor bei uns aufs Abstellgleis geschoben. Doch es wird Nationen geben wie z.B. USA, Russland und China, die diese Technologie verfolgen werden. Wie lange dies aber dauert, ist derzeit nicht absehbar. Aus globaler Sicht kommt freilich die Forderung Nr. 2: schnellstmögliche Entwicklung des Fusionsreaktors mit möglichst weitgehender Betriebssicherheit.

Bei dieser Sicherheit gibt es freilich echte Bedenken, weil die Atomkraftwerksbetreiber die Politiker zu wenig über die Risiken informierten, selbst sie unterschätzten und nun mit einer hohen Fahrlässigkeitshaltung das Vertrauen der Bürger verspielt haben.

Zu den Prämissen von Strom gehören ein sozial niedriger Preis und Verfügbarkeit bei Bedarf. Wenigstens reicht die Sonnenenergie aus, den jetzt absehbaren Energiebedarf vielfach zu decken. Durch den Tag-Nacht-Rhythmus kommt die Forderung Nr. 3: die Entwicklung von batterieähnlichen Einrichtungen zur Speicherung der Überschussenergie. Es ließe sich zwar auch ein weltweiter Verbund installieren, der die Energie immer von der Sonnenseite zur Nachtseite der Erde leitet/transportiert. Leicht absehbar ist deshalb die Forderung Nr. 4: die Entwicklung von Leitungen zur Stromübertragung mit höchstmöglicher Effizienz und geringer Umweltbelastung. Die Windkraft wird heute dazu schon als Argument angeführt. Wo der Wind effizient weht, stehen meist keine Fabriken oder Städte.

Eine Nische der Energieerzeugung, sauber, nachhaltig und speicherbar, ist die Wasserkraft. Sie ist (fast) ideal und so lautet die Forderung Nr. 5: die Nutzung der Wasserkraft ist soweit als möglich auszubauen. Das gilt auch für die Nutzung der Windkraft, wo Winde ständig und stark vorhanden sind (z.B. Kapverdische Inseln) und die Landschaft durch sie nicht völlig gestört wird.

Aus Klimaschutzaspekten muss der CO2-Ausstoß gegen Null gefahren werden: also nicht nur die Abwendung von fossilen Brennstoffen, inkl. der Kohleverbrennung, sondern auch von der energetischen Verwendung nachwachsender Rohstoffe: vom Biogas bis zur Verheizung der Wälder. Das ist die Forderung Nr. 6: keine Förderung sog. nachwachsender Energien, wenn die Energieerzeugung nicht emissionsfrei erfolgen kann. Es kann Nischenbereiche geben, bei denen die Verwertung von Abfällen z.B. Gase aus Kläranlagen, Hopfenhäcksel u.ä. echt klimaneutral genutzt werden kann d.h. bei einem normalen Lauf der Dinge würden auch umweltbelastende Gase freigesetzt z.B. durch Verrottung u.ä.

Fast schon selbstverständlich nimmt sich die Forderung Nr. 7 aus: Umstellung des ganzen Straßenverkehrs auf Elektromobilität. Allerdings sollten wir richtig berechnen, wie viel Strom zusätzlich v.a. aus Sonnenenergie erzeugt werden muss, um das Erdöl im Straßenverkehr zu ersetzen. Forderung Nr. 8 lautet entsprechend: alle Heizungen aus Sonnenenergie direkt vorzunehmen z.B. durch die Technologie des Sonnenenergiehauses. Eigentlich müssten sie jetzt bei Neubauten schon vorgeschrieben werden. Luftverkehr und Altbauten erfordern Kompromisse. Wenn z.B. die Brennstoffzelle eingesetzt wird, dann ist einzurechnen, dass diese Energieform davor einen prozentual viel höheren Energiebedarf zu seiner Herstellung erfordert hat.

Die konsequente Nutzung der Sonnenenergie könnte z.B. dazu dienen, durch Meerentsalzungsanlagen so viel Wasser aus dem Meer zur Bewässerung zu entnehmen, dass der Anstieg der Meereshöhen aus dem Abschmelzen der Pole und Gletscher ausgeglichen wird. Damit wäre auch die Welternährung gesichert. Eingerechnet muss auch werden der erhöhte Bewässerungsbedarf durch die Welterwärmung. Andererseits hätte die Bepflanzung einen klimatisch positiven Wirkungsfaktor, wie wir ihn heute vom Wald schon wissen: CO2-Vernichtung, keine extremen Temperaturen, ferner Grund- und Trinkwasserstabilisierung etc. Deshalb soll dieser Punkt als 9. Forderung aufgenommen werden. Er betrifft ja die globale Energieerzeugung.

Abschließend bleibt als Forderung Nr. 10, dass all diese Veränderungen sofort und mit höchster Priorität vorangebracht werden müssen. Wir haben jetzt schon keine Zeit mehr in Anbetracht der Größe der Aufgabe, der zu investierenden Kapitalmengen, des Rohstoffbedarfs für die Sonnenenergienutzung. Viele Erfindungen sind nötig z.B. auch für die Substitution von Rohstoffen. Wenigstens ist das ganz große Geschäft dabei für viele Multis ein starker Anreiz. Sie müssen es nur noch verstehen.

Generell besteht als Aufgabe, den Energiebedarf der Welt so weit wie möglich zu drosseln z.B. durch die Verwendung von LED-Lampen bei der Beleuchtung. Hier werden aber steigende Energiepreise, die bei der Umstellung mit Sicherheit anfallen, eine hohe Motivation dazu bei allen Energieverbrauchern wecken