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Die große Sünde
Zur Euro-Krise und Euro-Rettung
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Viel dummes Gerede um den Euro

Wolnzach, 13.12.2010 (ted). Die „Wirtschaftswoche“ und viele andere Journalisten wie Politiker tischen jetzt wieder auf, was sie schon immer predigten: eine gemeinsame Währung oder gemeinsame Wirtschaftspolitik kann nicht funktionieren. Der Euro habe deshalb keine Zukunft, sei eine Fehlgeburt in wirtschaftlich guten Zeiten. Die Krise werde er nicht überstehen.

Aber um welche „Krise“ geht es denn? Der Euro als Währung steht gut da, sonst würde er nicht laufend gegenüber dem Dollar ausgewertet. Wenn nun von den PIGS-Staaten finanzielle Engpässe kommen, nutzen die Auguren der Weltwirtschaft, den Euro schlecht zu reden. Aber alle diese Krisen der PIGS-Staaten sind hausgemacht, lösbar und intern finanzierbar. Natürlich wollen viele Bundesbürger nicht, dass Deutschland zum Zahlmeister und Sanierer der PIGS-Staaten wird. Aber uns bleibt keine Wahl. Es geht nur darum, die Hilfe dazu zu nutzen, bisherige Schwachstellen zu beheben und irgendwann das Geld zurückzubekommen. Es muss ja nicht geschenkt werden wie wir es beim Nettofinanzausgleich der Bundesländer alljährlich vollziehen oder wie die neuen Bundesländer mit Geld überflutet werden ohne Rückzahlverpflichtung.

Die Bundesrepublik profitiert von niedrigen Euro-Kursen aus dem Krisengerede: allein die Rückstellung für Griechenland wurde über den Mehrexport in die Staatskassen gespült. Mit der Irland-Krise fällt der Euro leider nicht mehr so stark – weil der Dollar viel mehr schwächelt. Das Gerede um Irland war vom Zaun gebrochen. Aus irischer Sicht glich sie einem Angriff auf die Souveränität. Sehr unsensibel ging Angela Merkel vor. Übrigens: beim Stresstest der EU vor kaum einem Jahr fielen die irischen Banken nicht auf. Taugt der Stresstest überhaupt oder mogelten die Iren? Weder noch: die irischen Banken werden vom Staat vollumfänglich gestützt, können also nicht umfallen, haben also keinen „Stress“. Und einen Stresstest für Staaten hat sich noch keiner einzuführen gewagt.

Nein, der Euro ist unumkehrbar. Es wird zu einem Annähern der Staaten kommen, ähnlich den Vereinigten Staaten von Amerika. Das ist schmerzhaft, aber mit der EU-Gesetzgebung haben wir doch längst keine nationale Souveränität mehr. Es geht nur noch darum, die EU als politisches Gebilde schlagkräftiger und schlanker zu machen. Das Europaparlament wird bald der Gewichtigkeit von nationalen Parlamenten entsprechen – und sie dann überholen. Dann wird es ein klares europäisches Kabinett geben und auch einen europäischen Präsidenten.

So werden sich die Volkswirtschaften der EU immer mehr annähern: in den Löhnen, der Sozialgesetzgebung, den Steuern, der Infrastruktur, im Bildungswesen etc. Übrigens läuft dieser Prozess auch global z.B. mit Brasilien, Russland und der Ukraine. Selbst China und Indien holen kräftig auf. Die Türkei wächst alljährlich zweistellig. Deshalb ist die Umwandlung des gesamten Energie- und Transportbereichs hin zur Elektromobilität und Sonnenenergie so dringend. Welt- und Europasprache ist Englisch. Dank i-Pad und Internet wächst die Welt mit Riesenschritten zusammen.

Was will da in Europa noch auseinander brechen? Vielleicht wird es eher eine Weltwährung geben, den Dollar ablösend, als ein Ende des Euros