go


Die große Sünde
Zur Euro-Krise und Euro-Rettung
-->-->>-->>

Reichtum aus dem Boden

(ted) Nach Jahren des immer einfältigeren Anbetens des Share-Holder-Values und des Aktienkurses, dem ständigen Aufkaufen, Auflösen/Zerschlagen von Unternehmen, der Überversorgung mit Kapital (Investorengruppen/neue Milliardäre), der Globalisierung der Märkte inklusive Arbeitsbedingungen, kehrt der echte Markt in die Schlagzeilen der Wirtschaftspresse zurück. Missernten in der Landwirtschaft aus angehenden Klimakatastrophen, neue Nachfragen aus China - der Beschaffungsmarkt nach Jahren der Überproduktion und des Preisverfalls drängt sich völlig überraschend in den Vordergrund. Produzieren lohnt sich wieder: Stahl, Getreide, Holz, Hopfen, Milch, aber auch Komponenten, die viele nicht einmal namentlich kennen.

Vor lauter Rentenmodellen und zugegeben schwerfälligem Erkennen der Überalterung des derzeit (noch) führenden Weltwirtschaftsnationen wurde die Verdoppelung der Weltbevölkerung innerhalb eines Menschenlebens übersehen. China offenbart, was latent hinter Brasilien, Russland, Indien, selbst Afrika steckt. Die dritte Welt drängt in den Konsum westlicher Qualität. So werden sich Erdölreserven in den Jahren ihres Bemessens halbieren oder gar dritteln, ebenso andere Rohstoffe, die Anbauflächen für Lebensmittel sich kaum steigern. Auch Trinkwasser kommt vor allem aus dem Boden. Fruchtbares Land wird bald biblische Schönheit zurückgewinnen.

Die G7-Regierungschefs werden via reaktiver Presse bald diese Probleme zu den nun erkannten Anti-Klimaveränderungszielen hinzufügen. Schon in den 60er Jahren mahnte der Club of Rome, wurde aber wieder verdrängt als seine kurzfristigen Prognosen nicht eintrafen. Es gab Überproduktion in den letzten 50 Jahren und keine Verknappung. Doch was sind schon 50 Jahre in Anbetracht des nächsten Jahrtausends? So dumm waren die Wissenschaftler des Club of Rome nicht. Sie wollten eine Klimaveränderung in der Wirtschaft ausdrücken, doch die G7-Nationen werteten sie als Wettervorhersage - die nicht eintrat. Und so sorglos verhalten sie sich heute noch.

Natürlich birgt der Faktor Wissensentwicklung und neue Technologien einen hoffnungsvoll großen Einfluss. Doch kann er die Verwerfungen durch Klimawechsel selbst bei stagnierender Weltbevölkerung ausgleichen? Wir müssen noch viel mehr darauf achten, dass das Ökosystem Erde nicht zusammenbricht. Die Wälder sind in Gefahr, verheizt zu werden. Regenerative Energien brauchen immense Flächen guten Bodens. 10 Prozent der Weltbevölkerung hungern heute (noch immer!). Mit steigenden Preisen für Nahrungsmittel werden sie verhungern. Das Beispiel Nordkorea ist doch symptomatisch für viele Entwicklungsländer: die Regierungen rüsten auf, die Bevölkerung wird immer ärmer.

Die USA wären auch besser beraten, die Milliardenaufwendungen des Irak-Kriegs in Entwicklungen zu stecken, die Abhängigkeit der Weltwirtschaft von der Ölerzeugung zum mindern.

Hat noch niemand errechnet, wie viel Fläche an Photovoltaik und regenerativen Energieanbau auf der Welt nötig sind, um Öl und Atomkraft zu ersetzen? Selbst bei verbessertem Nutzungsgrad. Da ein Fachmann dies in einem Tag errechnet, liegt es vermutlich an der Furcht, als Überbringer einer schlechten Nachricht geköpft zu werden, warum diese Quantitäten nicht publik sind.

Die Meldungen über Rohstoffverknappungen werden schneller über uns hereinbrechen als uns lieb ist. Ich möchte ketzerisch eine These in den Raum stellen: würden wir heute alle Weltrüstungsaufwendungen in die Forschung und Entwicklung eines neuen Energie- und Umweltkonzepts, d.h. ohne Erdöl und Uran stecken, kämen wir ganz knapp an der anstehenden Katastrophe vorbei, deren Begleiterscheinungen Weltkriege, Totalitarismus, Menschenverachtung und Zerstörung fruchtbaren Landes sein werden. Wir brauchen heute ein internationales, unabhängiges Team bester Wissenschaftler zur Ermittlung der Überlebensfähigkeit der Menschheit, des Öko-Systems Erde mit klaren Eckwerten der Ziele. Wir haben die Historiker, die den Faktor Mensch und Staat in diese naturwissenschaftlich geprägten Berechnungen mit einbeziehen können. Anzusiedeln wäre diese Weltforschung bei der UN. Sie sollte sich auf die Universitäten weltweit vernetzt stützen. Die EU kann sich mit Förderungen hinzugesellen. Der gigantische Etat der EU für die Landwirtschaft gehört sowieso der Vergangenheit an, denn die Landwirtschaft wird weltweit zum Mangelgut. Es genügt eine sinnvolle Ausrichtung des Anbaus auf den Bedarf.

Wir müssen die Energieversorgung der Welt schnellstmöglich auf neue Träger umstellen. Nur mit Energie lässt sich produzieren. Es bereitet große Sorgen zu sehen, wie schwerfällig die Entwicklung neuer Energieträger wie z.B. der Fusionsreaktor oder die Brennstoffzelle vorankommt. Auch ist ungeklärt, woher die Brennstoffzelle ihre originäre Energie erhalten soll. Die Zukunft wird sehr spannend sein, ja stressig - denn all diese Veränderungen werden die meisten von uns noch miterleben - ob positiv oder negativ.

Eduard Kastner