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Die große Sünde
Zur Euro-Krise und Euro-Rettung
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Aktienmarkt - die neue Spielhalle

Wolnzach, 24.9.10 (ted). Irgendwann – vermutlich um 1995 – brachten die Radio- und Fernsehsender regelmäßig bei den Nachrichten die Entwicklung des DAX, ausgesuchter Werte und das Aktienumfeld weltweit. Die Spekulation in Aktien war damit als Volksverhalten erkannt oder gewollt. Aber ist sie so sinnvoll, dass die öffentlich-rechtlichen Anstalten sie so unterstützen müssen? Gibt es überhaupt einen volkswirtschaftlichen Nutzen der Spekulation an der Börse? Ist es überhaupt „gesund“, wenn eine Volkswirtschaft so – über den DAX – auf die Wirtschaft ausgerichtet wird?

Ja, offensichtlich regiert der Mammon diese Welt, der Kapitalismus, wie er immer wieder von Philosophen und Religionsstiftern angreifbar war. Und es geht wirklich mit dem Teufel zu: welcher kleine Anleger will wissen, welche Werte nach oben oder unten gehen? Sollte nur der Trend für die Anlage maßgeblich sein, erklärt sich nicht die tägliche detaillierte Berichterstattung. Wird bewusst in Kauf genommen, dass sich jeder Vermögende als Gestriger fühlen muss, wer nicht (ein Teil) sein(es) Geld(es) an der Börse anlegt?

Natürlich gibt es Gewinner an der Börse. Alle neuen Milliardäre entstehen aus dem schnellen Wachstum des Börsenwerts ihres Unternehmens. Wer rechtzeitig verkauft, „aussteigt“ ist der Held. Aber ist es richtig, wenn ein Hauptaktionär das Unternehmen, das er aufgebaut hat, verlässt/verkauft/verrät? Die meisten echten Unternehmer bringen dies sowieso nicht übers Herz.

Noch eine andere Beobachtung: Unternehmen werden börsennotiert und erbringen über die Aktienausgabe ein Vielfaches ihres bisherigen Wertes. Danach behaupten sich diese Börsenwerte überraschend lang. Es mag zwar mehr Disziplin und Führung dem Management abverlangt werden, wenn Tausende ihm auf die Finger (versuchen) zu schauen, aber ist dies den Mehrwert wert? Manche Unternehmen wie z.B. die HRE glänzten am Aktienhimmel, obwohl sie eigentlich pleite waren. Die Hypovereinsbank lagerte die HRE als „bad bank“ aus – ohne dass damals der Begriff bekannt war. Siemens entledigte sich Infineon u.a. Verlustsparten durch den Gang an die Börse. Auch so werden Schrottpapiere geschaffen. Ganz legal unter staatlicher Aufsicht.

Wenn aber die Verantwortlichen dies bis heute noch nicht erkannt haben, wie viele „Leichen“ hegt die Börse? Kann die Aktie so der Altersvorsorge und der Vermögensanlage des „kleinen Mannes“ empfohlen werden? Lebt die Börse nicht vom ständigen Auf und Ab, getrieben von Spekulation – noch dazu in einem systemischen Ausmaß, das die Finanzwelt über Nacht wieder einstürzen ließe? Neuerdings besorgen dies Computer. Wie fatal ein kleiner Error sich auswirkt – nur von einem einzigen der Tausenden von Spielern – wurde im August bekannt. Da stürzten die Kurse weltweit.

Was sollen diese Spekulationsbillionen an der Börse? Es handelt sich nicht um 0-Summen-Spiele d.h. einer verliert, was ein anderer gewinnt, sondern wenn der Börsenwert weltweit nach oben geht, gewinnen die Spekulanten aus dem Zugewinn – reines Scheingeld. Wenn die Kurse zusammenbrechen verlieren alle Aktionäre. Kommen große Spekulanten als Banken dann in Schieflage rettet sie der Staat. Der kleine Mann muss warten, bis die Höhenfahrt wieder einsetzt. So werden die Spitzen der Indizes immer höher und die Täler immer häufiger. Die Wirtschaft braucht aber Verlässlichkeit, Berechenbarkeit, Längerfristigkeit. Die Börse wird diese Kriterien bald nicht mehr erfüllen können, wenn sie nicht grundlegend reformiert wird. Der Staat betreibt Spielcasinos. Der Börse aber ist er nicht gewachsen

 

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