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Die große Sünde
Zur Euro-Krise und Euro-Rettung
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Die Eurofighter-Entscheidung Indiens

06.02.2012 (ted). Keine guten Zeiten für das Manchinger Cassidian-Werk. Dort wird der Eurofighter produziert. Cassidian gehört zum EADS-Konzern, an dem Deutschland und Frankreich maßgeblich beteiligt sind. Die Entscheidung Indiens, statt Eurofighter zu kaufen, 126 französische „Rafale“ für 7,6 Mrd. € vorzuziehen, sieht also nur vordergründig wie ein Sieg Frankreichs über Bayern aus. In unserer vernetzten Welt profitieren und verlieren alle an beiden Seiten. Es fragt sich nur wie viel.

So geht der Einkommens- und Multiplikatoreffekt nach Frankreich. Man schrieb in der Presse, dass sich Sarkozy besser in Indien eingesetzt hätte als Merkel. Das heißt in der Sprache der Diplomatie, dass Frankreich Indien mehr Vorteile außerhalb des Waffengeschäfts bieten konnte. Das können auch direkte Zuwendungen an Politiker/Entscheider sein, weil sie am wenigsten kosten im Vergleich zum Umsatz. Für jedes Land kennen Experten den Prozentsatz an „nützlichen Abgaben“ an die Entscheider. Doch die Deutschen wagen diese Korruption nicht mehr nach den Aufdeckungen und Verurteilungen in der Öffentlichkeit bei Siemens, Ferrostahl/MAN und anderen. So hatte Merkel schlechte Karten.

Aus Euro-Krisen-Sicht nützt der Deal für Frankreich freilich dem Euro, weil die Wirtschaftskraft Frankreichs gestärkt wird und mit dem Wohl Frankreichs der Euro steht und fällt. Europäisch gedacht profitieren wir also auch davon. Schon längst rechnen wir nicht mehr für oder gegen Bayern oder dem Landkreis Pfaffenhofen, sondern für Deutschland. Nun müssen wir auf Europa umdenken bzw. wie weit der Auftrag an ein Euro-Land geht. Trotz aller Beteuerungen, dass das letzte Wort für oder gegen die Eurofighter noch nicht gesprochen sei, an der Entscheidung für Frankreich wird sich nichts mehr ändern.