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Die große Sünde
Zur Euro-Krise und Euro-Rettung
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Auch ESM nicht hebelbar

26.09.2012 (ted). Ebensowenig wie der EFSF durch private Kapitalgeber gehebelt werden konnte, lässt sich das mit dem ESM erreichen. Wer will schon in eine Krise investieren, wenn er keine Gewinne aus der Rettung erkennt? Lieber kaufen Privatinvestoren direkt Staatsanleihen bedrohter Staaten zu hohen Zinsen und hoffen, dass der ESM sie im Krisenfall auslöst. Zugleich geben die ESM-Strategen zu, dass die Grundausstattung von 500 Milliarden Euro zu schwach ist. Das zerstört das Vertrauen in den ESM und den Euro. Deshalb ist der ESM schon gescheitert, bevor er seine Arbeit aufnimmt. Das bisher aus Sicht der EU erfolglose Spiel um den Euro setzt sich also fort.

Die EZB bleibt der Rettungsanker – durch Aufkäufe von Staatsanleihen, was viele Deutsche als unrechtmäßig ansehen. Was nützt aber Recht zu haben, wenn das Euroschiff systematisch sinkt? Alle die gegen weitere Staatsgarantien oder das Vorgehen der EZB protestieren, wollen doch nur die Rückkehr zur DM. Das europäische Spiel ist ihnen zu riskant. Auch Bundeskanzlerin Merkel misstraut ihren europäischen Partnern – und drückt dies mit ihren Widerständen aus. Auch Bundesbankpräsident Weidmann spielt den Spekulanten gegen den Euro in die Hand. Mit letzter Konsequenz glaubt auch er nicht mehr an eine erfolgreiche Euro-Rettung.

Die EZB bewegt sich auf der Linie unserer Rettungspolitik in der „Großen Sünde“. Der von aus aufgezeigte Weg bleibt die funktionierende Lösung, die Eurokrise einzudämmen und mit Einsicht zu beenden. Es wird noch viele Abstimmungen im Deutschen Bundestag geben, die alle für die Katz sind. Wie soll auch eine Politik nach Wirtshausbrüder-Art international erfolgreich sein – Vertrauen in den Euro bilden?