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Die große Sünde
Zur Euro-Krise und Euro-Rettung
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Der Unsinn der Target-Falle

10.11.2012 (ted). Prof. Sinn lenkte die öffentliche Diskussion auf die Risiken Deutschlands bei einem Ausscheiden eines Euro-Landes aus dem Währungsverbund. Dann würden die Target-Schulden dieses Land für die Bundesbank abzuschreiben sein. Dies hat zur Folge gehabt, dass für Politiker dies eben nicht eintreten darf. Selbst Griechenland darf nun im Euro bleiben.

Target-Verbindlichkeiten entstehen bei Exportgeschäften im Euroraum. Verkauft ein deutsches Unternehmen Waren nach Griechenland, dann erhält es von der Deutschen Bundesbank den monetären Ausgleich. Die Deutsche Bundesbank hat einen Anspruch in gleicher Höhe an die griechische Zentralbank, die ihrerseits das Geld vom Empfänger der Waren entgegennimmt und bei sich einlagert. Für die Target-Buchhalter gehen die gegenseitigen Forderungen auf, wenn alle Handelsbilanzen im Euroraum ausgeglichen sind.

Das aber ist der Unsinn dieser Denkwelt. Wenn Notenbanken als Girobanken fungieren, müssen sie sich auch als solche verhalten. Die griechische Nationalbank hat das vereinnahmte Geld an die Deutsche Bundesbank zu transferieren, selbst wenn es für eine Notenbank keinen inneren Wert gibt. Oder anders betrachtet: Jede nationale Notenbank ist eine Untereinheit der Europäischen Zentralbank (EZB). So hat die Deutsche Bundesbank einen Verrechnungsanspruch eigentlich an die EZB und nicht an die griechische Nationalbank. Wenn die Griechen aus dem Euro ausscheiden, dann ist dies nicht ein Problem der Deutschen Bundesbank, sondern einzig und allein der EZB mit der griechischen Nationalbank. Dort wird verbucht, wie viel Geld emittiert wurde von jeder Untereinheit. Es gibt nur einen Gesamtsaldo gegenüber der EZB.

Sicherlich kommt es auf die Bankenaufsicht der EZB gegenüber den nationalen Notenbanken an, ob die Buchungen korrekt erfolgten. Wenn die griechische Nationalbank Geld von einem Warenkäufer einnimmt, dann handelt es sich um eine Geldvernichtung. Gibt die Deutsche Bundesbank dem Verkäufer das Geld, dann erfolgt Geldschöpfung. Innerhalb der EZB-Gesamtrechnung hebt sich das auf. Das ist ja der Clou der gemeinsamen Währung. Was soll da noch nationales Denken auf Länder-Notenbank-Ebene? Die Rolle Weichmanns besteht nur noch in der Organisation seines Hauses als funktionierende Bank und dem Mitwirken im EZB-Rat. Rein geldpolitisch gehört die Bundesbank der EZB, ist eine reine Geldausgabe und -einzugsstelle, die Physis der EZB.

Das müssen Nationaldenker erst verstehen. Targetschulden sind reine Statistiken, nur getrennte Konten derselben Firma, die diese Firma auch auszugleichen hat.