Unkennachwuchs in Pfaffenhofen

Unkennachwuchs in Pfaffenhofen

Pfaffenhofen

Pfaffenhofen, 12.09.2017 (hal/rt).

Gelbbauchunke mit Nachwuchs – noch ein seltener Anblick im Landkreis Pfaffenhofen. Foto: Hansbauer / Landratsamt Freising
 

Beim Bund Naturschutz Pfaffenhofen (BN) hat der Amphibienschutz Tradition, denn schon seit Jahrzehnten engagiert sich die Kreisgruppe beim Aufstellen von Amphibienschutzzäunen an Straßen. Seit dem vergangenen Jahr ist nun auch noch die Teilnahme am Projekt „Allen Unkenrufen zum Trotz“ dazugekommen. Jetzt gibt es mit unlängst entdecktem Nachwuchs erste Erfolge zu vermelden.

Projektziel ist es, die stetigen Negativtrends bei den Beständen der Gelbbauchunke aufzuhalten und möglichst umzukehren. Das wurde nun zumindest in diesem Jahr geschafft. Christine Janicher-Buska, stellvertretende BN-Kreisvorsitzende, freut sich: "Hier im Landkreis Pfaffenhofen haben sich die seltenen Gelbbauchunken in diesem Jahr vermehrt. Dieser Erfolg zeigt, dass wir mit unseren Artenschutzmaßnahmen auf dem richtigen Weg sind."
Dieses Jahr trocknete die Hitze im Sommer fast alle Fahrspuren, Pfützen und Kleingewässer aus, die von den Unken zum Laichen aufgesucht werden. Erst die Regenfälle danach ermöglichten den Gelbbauchunken eine späte Fortpflanzung: Etwa 100 Kaulquappen konnte die Amphibienspezialistin Angela Grau aktuell in den neu entstandenen Gewässern zählen. Dort findet der Unkennachwuchs besonders gute Entwicklungsbedingungen vor - ganz ohne Konkurrenten und Fressfeinde.

Gerade im Landkreis Pfaffenhofen ist die Gelbbauchunke schon sehr selten geworden und eine erfolgreiche Reproduktion noch eine große Ausnahme. Neben der Suche nach bisher übersehenen Vorkommen müssen jetzt die bekannten Populationen der Gelbbauchunke besonders geschützt werden. Die BN-Artenschützer werden in den nächsten Wochen die Unkenbiotope pflegen. Diese Maßnahmen koordiniert Volker Riehm zusammen mit Angela Grau: „Helfer sind jederzeit willkommen.“
Das groß angelegte Projekt „Allen Unkenrufen zum Trotz“ zum Erhalt der Gelbbauchunke, die auf der Roten Liste der gefährdeten Arten steht, findet neben Pfaffenhofen noch in fünf weiteren oberbayerischen Landkreisen statt. Gefördert wird es durch das Bundesamt für Naturschutz im Rahmen des Bundesprogramms „Biologische Vielfalt“ und durch den Bayerischen Naturschutzfonds (http://biologischevielfalt.bfn.de/26163.html).

Träger des Projektes sind die Landkreise Altötting, Freising und Neuburg-Schrobenhausen sowie der BN mit seinen Kreisgruppen Altötting, Erding, Freising, Mühldorf am Inn, Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen. Die beteiligten Landkreise und der BN haben zur Umsetzung eine Trägergemeinschaft gebildet, für die der Landkreis Freising die Geschäftsführung übernommen hat. Insgesamt fließen in fünf Jahren 670.000 Euro in verschiedene Maßnahmen mit dem Ziel, die Bestände der Gelbbauchunke bis zum Ende der Laufzeit am 30. Juni 2021 zu erhöhen. Da ein großer Teil der Weltpopulation von „Bombina variegata“ in Deutschland vorkommt, hat Deutschland für dieses Tier eine ganz besondere Verantwortung.

Gebündeltes Fachwissen und Engagement ist wichtig für das Gelingen des Projektes. Mit einbezogen in das Unken-Netzwerk sind neben dem Wissenschaftszentrum Weihenstephan mit der TU München und der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf auch die Forst-, Land- und Wasserwirtschaft ebenso wie Gemeinden und Schulen. Weitere Informationen zum Projekt und zur Möglichkeit der Mitarbeit gibt es im Internet unter der Adresse www.gelbbauchunke-bayern.de
 

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