Happy End für den Biberlehrpfad

Happy End für den Biberlehrpfad

Pfaffenhofen

Pfaffenhofen, 05.12.2017 (ls).

Hatte die finanzielle Unterstützung des Biberlehrpfades noch bei der letzten Kreisausschusssitzung unter den Bürgermeistern schlechte Karten, gab es nun endlich ein Happy End für die Betreiber des pädagogischen Projektes. Der Biber mache zu viel Ärger, hieß es damals. Einige Bürgermeister im Gremium befürchteten eine unsachgemäße Darstellung des Tieres und lehnten die von Landrat Martin Wolf 2015 versprochene Finanzspritze von 5000 Euro für das Projekt ab. Nun folgte die Kehrtwende. Mit 7:1 Stimmen erteilte der Kreisausschuss jetzt seine Zustimmung.


Der stellvertretende Landrat Anton Westner hatte den etwas gröberen Wink mit dem Zaunpfahl jedoch richtig gedeutet. „Ich war 18 Jahre lang Bürgermeister in Reichertshofen, ich kenne die Problematik mit dem Biber nur zu gut“, erklärte er. Deswegen soll ein runder Tisch eingeführt werden, wo die von Biberschäden betroffenen Gemeinden eine Stimme finden, auch Behörden des Bezirkes und das bayerische Landesamt für Umwelt sollen zu diesen Gesprächen hinzugezogen werden. Eine Lösung, die unter den Bürgermeistern viel Zustimmung fand.


„Es war eine ungute Diskussion, die am Ende aber nun doch positive Auswirkungen hat“, räumte Reinhard Heinrich (CSU) ein. Es sei allen bewusst, dass der Biber ein schützenswertes Tier sei, so der Reichertshausener Bürgermeister. „Die Probleme der Landwirtschaft müssen aber genauso dargestellt werden“, erklärte er weiter.


Auch Manchings Bürgermeister Herbert Nerb (Freie Wähler) schloss sich seinem Kollegen an. „Kein Mensch will dieses Tier ausrotten. Das sind tolle Architekten.“ Er machte jedoch auch klar, dass es in diesem Zusammenhang wichtig wäre, Signale zu setzen. Sein Geisenfelder Amtskollege Christian Staudter (USB) ging noch einen Schritt weiter. „Der Biber muss runter von der roten Liste“, so seine Auffassung. Westners Vorschlag für einen runden Tisch lobte er. „Dieses Problem muss mit allen Beteiligten diskutiert werden“, stellte er klar.


Bereits im Sommer 2015 war die Stadt Pfaffenhofen an den Landkreis herangetreten, um weitere Fördergelder für das Projekt „Biberlehrpfad“ zu generieren und um eine Neuerrichtung zu ermöglichen. Am Ende sollte das in das Konzept der Landesgartenschau einfließen. Eine überarbeitete Beschilderung mit rund zehn Stationen erfolgte daraufhin, Projektträger war der Bund Naturschutz. Im Juni 2017 wurde der Pfad unter Beisein von Anton Westner, Pfaffenhofens Bürgermeister Thomas Herker, der Bund Naturschutz Ortsvorsitzenden Christine Janicher-Buska und dem verantwortlichen Naturpädagogen Robert Behringer eingeweiht. Vor allem der Bund Natuschutz hatte sich nach der Ablehnung des Landkreiszuschusses im Oktober enttäuscht gezeigt.
 

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