Landrat Wolf übernimmt wieder das Zepter

Landrat Wolf übernimmt wieder das Zepter

Pfaffenhofen

Pfaffenhofen, 15.12.2017 (wk).

Bei seiner ersten öffentlichen Sitzung nach seinem Motorradunfall übernahm Landrat Martin Wolf im Bau- und Vergabeausschuss des Landkreises wieder die Sitzungsleitung und das Wort. Sein Stellvertreter, der bisher die Geschäfte für ihn geführt hatte, Anton Westner, war derweil mit einer Grippe zu Hause. Martin Wolf dankte ihm und seinem anderen Stellvertreter, Josef Finkenzeller, für die gute Vertretung und die vielen Termine, die sie an seiner Stelle wahrgenommen hatten.


Im Ausschuss ging es dabei um finanziell große Projekte. Zum einen um die Sanierung des Landratsamtes, zum anderen um die Sanierung der Realschule Geisenfeld und um den gemeinsamen Bau einer Schulschwimmhalle mit der Stadt Pfaffenhofen.


Bereits vor einem Jahr wurde vom Bau- und Vergabeausschuss beschlossen, für die geplante Sanierung der Realschule Geisenfeld ein Ingenieurbüro mit der Vorplanung zu beauftragen, um ein Grobkonzept und eine grobe Kostenschätzung zu erhalten. Vom Ingenieurbüro trug Wolfgang Eichenseher die Fakten vor und nannte die Alternativen Generalsanierung oder Neubau. Mit einer Kostenprognose für das Jahr 2020 erwartet das Ingenieurbüro Kosten in Höhe von ca. 20,8 Mio. Euro. Ein Neubau auf dem Grundstück um das bestehende Gebäude herum würde geschätzt 22,8 Mio. Euro kosten. Da sich anhand dieser Kosten auch das Honorar für die Planung der Arbeiten orientiert, ist der aktuelle Schwellenwert überschritten, der somit eine europaweite Ausschreibung der Planungsleistungen erforderlich macht.


Eichenseher führte für die Sanierung die verschiedene Möglichkeiten und notwendige Schritte auf wie neue Fenster, Außenwend-Dämmung, Abbruch des innenliegenden Treppenhauses, Erneuerung abgehängter Decken und Wandverkleidungen und vollständige Erneuerung der technischen Ausrüstung, denn der Schulbau stammt aus der Mitte der 70er Jahre bis auf den Erweiterungsbau aus 2001. Außerdem sei die Schule damals für 18 Klassen gebaut worden, durch den Erweiterungsbau für 24 – derzeit hat die Schule aber 30 Klassen, insoweit besteht auch ein Raumproblem. Problem bei der Sanierung sei auch der laufende Schulbetrieb, der gestört würde. Außerdem sollte nicht vergessen werden, dass die Turnhalle der Realschule, aber auch die der Grund- und Mittelschule sanierungsbedürftig seien- die Kosten würden zu den oben genannten noch dazu kommen. Hier wäre eine Zusammenarbeit mit der Stadt Geisenfeld sinnvoll, um eine größere, gemeinsame Turnhalle zu bauen.

Grafik:Büro Eichenseher, Foto: wk


Bei diesen Ausführungen war die erste Reaktion von Hans Prechter (CSU), doch dann lieber gleich neu zu bauen statt einer komplizierten Sanierung. Dazu müssten aber die Zuschussmöglichkeiten geprüft werden. Es bringe doch nichts, beide Alternativen zu untersuchen um dann ein Ergebnis wegzuwerfen. In die gleich Kerbe hieb Kerstin Schnapp (Grüne), denn der Kreis habe derzeit doch genügend Geld und stellvertretender Landrat Josef Finkenzelle konnte sie dabei nur unterstützen, sah aber ein mögliches Problem mit den Anliegern der Straße. Wolfgang Eichenseher plädierte dafür, beide Varianten zu untersuchen, um dann zu entscheiden, wie es weiter gehen solle. Auch Landrat Martin Wolf warnte, dass Zuschüsse gefährdet sein könnten, wenn nur eine Variante untersucht wird. Michael Franken (JWU/AUL) unterstützte Wolf und Eichenseher und Kreiskämmerer Walter Reisinger wies darauf hin, dass die Stadt Geisenfeld auf dem Schulgelände noch eine Mensa plane; deshalb sollte bis Februar geprüft werden, ob allein ein Neubau zweckmäßig wäre, so Landrat Wolf. Vom ehemaligen Landrat Josef Schäch (FDP) kam der Hinweis, auch zu überprüfen, ob denn die Schülerströme noch aktuell seien oder ob nicht die Realschule an anderer Stelle notwendig wäre. Konrektor der Realschule Wilfried Kraus dankte dem Landkreis für die bisherige Unterstützung und sprach sich aus pädagogischen Gründen für einen Neubau aus.

Grafik u Foto: s.o.; das L-fömige Gebäude könnte der Neubau werden


Zur Sanierung des Landratsamtes konnten Kreiskämmerer Reisinger und Wolfgang Eichenseher mitteilen, dass die Arbeiten gut voranschreiten und die Kosten mit 17,522 Mio. Euro im Kostenrahmen liegen. Für die weiteren Arbeiten wurden Aufträge vergeben, für Natursteinarbeiten im Treppenhaus und für Stühle im Sitzungssaal. Probleme machten dagegen die Planungen der Stadt Pfaffenhofen, den Hauptplatz für den Durchgangsverkehr zu sperren, weshalb Architekt Wolfgang Eichenseher eine Verlegung der Hauptzufahrt für die Parkplätze im Innenhof des Landratsamtes zur Ingolstädter Straße statt zum Hauptplatz (wie geplant) vorschlug. Kämmerer Walter Reisinger wies darauf hin, dass das letzte Wort über die Sperrung der Durchfahrt noch nicht gesprochen sei, aber bei einer Abstimmung sprachen sich 9 Mitglieder für die Zufahrt von der Ingolstädter Straße aus, 5 waren dagegen.


Beim geplanten Hallenbad der Stadt beteiligt sich der Landkreis mit 50 Prozent an den Kosten, aber nur für die reinen Investitionskosten eines Schulbades und maximal 9 Stellplätzen, nicht aber an der Sauna oder einem Parkhaus, dabei wurde kein Kostendeckel festgelegt. Zu gegebener Zeit soll dann auch über die Beteiligung an den Betriebskosten entschieden werden.
 

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