Archäologie ist wie Kriminalistik

Archäologie ist wie Kriminalistik

Mainburg

Mainburg, 11.04.2018 (ce).

Prof. Thomas Fischer nach dem Vortrag

Professor Thomas Fischer wohnt seit drei Jahren in Mainburg. Der Archäologe ist Römer-Experte und veröffentliche zahlreiche Bücher, unter anderem zum römischen Regensburg und zu Eining. Der Wissenschaftler ist aber nicht nur leidenschaftlicher Forscher, sondern auch ein hervorrangender Redner.

Das Kastell Eining im Luftbild und im Schema

Sein Vortragsthema "Neufunde römischer Statuenfragmente aus Abusina / Eining" klang sperrig, war jedoch so kurzweilig wie spannend. Thomas Fischer versteht es, seine Zuhörer zu fesseln und tief mit in die Geschichte zu nehmen. Wissenschaftliche Themen kann er humorvoll, leicht verständlich und trotzdem dicht darlegen.

Mainburg wird wohl keine Römerstadt mehr werden, stellte er gleich schmunzelnd klar, wenngleich entsprechende Funde durchaus möglich sind. Schon Aventinus, der "Vater der bayrischen Geschichtschreibung" fand hier römische Münzen.

Immerhin noch im Landkreis Kehlheim liegt Eining, das zwar schon früh ausgegraben wurde, aber keineswegs komplett erforscht ist. Erst vor kurzem tauchte ein neuer Fundkomplex auf: 2,3 Kilo Bronzeschrott.

Die gelangten auf durchaus abenteuerlichen Wegen von einem ambitionierten Privatsucher schliesslich in Forscherhände. Und Thomas Fischer entdeckte in dem unscheinbar wirkenden Bronzeklumpen Faszinierendes. Was eigentlich Abfall war, zeugte noch von Bronzestatuen. Unliebsame Kaiserstatuen wurden damals kurzerhand zerstört, eingeschmolzen und wieder verwertet. Doch selbst aus den Resten lassen sich noch Erkenntnise ableiten – etwa von jenem Kaiser Commodus, der sich selbst für Herkules hielt. Und mit Löwenfell herumspazierte und abbilden liess. Eben das konnte Thomas Fischer zeigen – mit kriminalistischem Spürsinn.

Die Mainburger dürfen sich auf weitere Vorträge freuen!
 

 

 

 

 

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