CSU-Wahlkampf: Irlstorfer in Nandlstadt

CSU-Wahlkampf: Irlstorfer in Nandlstadt

Nandlstadt

Nandlstadt, 24.08.2017 (ls).

„Es ist die Aufgabe der Politik, sich eine Vorstellung davon zu machen, wie sich eine so traditionelle Gemeinde wie Nandlstadt weiterentwickeln kann.“ Erich Irlstorfer machte Wahlkampfhalt in der Hopfensiegelgemeinde und stellte sich  im Zuge eines Dorfgespräches in Baumgarten Fragen und Anliegen der Nandlstädter Bevölkerung. Deren Hauptsorge galt dabei der Infrastruktur.

Vor allem die Straßenausbaubeitragssatzung trieb die Nandlstädter  um. Ungerecht, existenzgefährdend – die Regelung zur Finanzierung des kommunalen Straßenbaus steht seit ihrer Einführung in großer Kritik. Bürger fürchten vielfach eine zu hohe Belastung und unbezahlbare Beiträge, sollte eine Straße vor ihrer Haustür tatsächlich neu gebaut oder saniert werden. Ein prominentes Nandlstädter Beispiel ist die Rothmarstraße. Meterhohe Disteln musste ein Anwohner zuletzt entfernen und fürchtet aufgrund langjähriger Vernachlässigung teure Schäden.

Als Bundespolitiker konnte Irlstorfer hier nur mit Rat und Tat zur Seite stehen, da diese Angelegenheiten  nicht in Bundeszuständigkeit fallen. „Die Straßenausbaubeitragssatzung ist immer ein Kampfthema, jeder will gute Straßen und keiner will sie bezahlen“, schmunzelte er. Als ehemaliger Kommunalpolitiker hatte er dann aber doch einige Tipps im Gepäck. Gute Verhandlungslinien mit der Bürgerschaft sind für ihn eine Grundvoraussetzung. „Wenn man miteinander redet, dann kann man in meinen Augen vieles lösen, zum Beispiel durch eine veränderte Klassifizierung oder Stundungsverträge“, erklärte Irlstorfer.

Für die vielen Nandlstädter Pendler in Richtung Freising hatte er hingegen sehr positive Nachrichten im Gepäck. Zuletzt wurde der Bundesverkehrswegeplan bis 2030 festgeschrieben. 842 Millionen Euro mit 21 genehmigten Maßnahmen fallen dabei auf die Region ab. Vor allem die Freisinger Umgehungsstraßen machten den Nandlstädtern in diesem Zusammenhang Sorgen. „Für die Nord-Ost-Umfahrung über die B301 fand im vergangenen Oktober der Spatenstich statt. Bis 2020 wird diese Umgehung voraussichtlich in Betrieb gehen“, versicherte Irlstorfer.

Für die vergangenen Verkehrskonzepte beim Bau des Flughafens Franz-Joseph-Strauß äußerte er hingegen starke Kritik. „Hier hat es zwei Geburtsfehler gegeben: die Anbindung an die Schiene und die Anbindung an die Straße“, so Irlstorfer. „Aber es wird eine durchgehende Trasse von Regensburg über Moosburg et cetera bis zum Flughafen geben. Das ist bereits durch finanziert“, erklärte er weiter.

Doch nicht nur das Thema Infrastruktur hatte der CSU-Kandidat im Gepäck. Viel Zustimmung erhielt er für seine Äußerungen zu einem eher unbeliebten deutschen Thema: Verteidigung und Rüstung. „Alle Mitglieder müssen im europäischen Verteidigungssystem ihre Verantwortung wahrnehmen“, erklärte Irlstorfer. „Über die Rolle Deutschlands müssen wir in Zukunft eine gesellschaftspolitische Diskussion führen“, forderte er außerdem. Den bisherigen Umgang mit der Bundeswehr bezeichnete er in diesem Zusammenhang als nachlässig. „Für diese Unterhaltung braucht es die Stimme aus Bayern!“, so Irlstorfer. Mit Airbus Defence and Space befinde sich schließlich ein Schwergewicht der internationalen Rüstungsindustrie direkt in der Region. „Unser Kapital ist unser Wissen“, machte er abschließend klar.

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