Totalversagen der Automobil-Industrie: CO2-Emissionen neu zugelassener Fahrzeuge steigen

Totalversagen der Automobil-Industrie: CO2-Emissionen neu zugelassener Fahrzeuge steigen

Freising

Freising, 24.02.2018 (sia/hal).

Abbildung: Die CO2-Emissionen der neu zugelassenen Kraftfahrzeuge sanken viele Jahre – aber nur auf dem Papier! (orange Linie: durchschnittliche CO2-Emissionen neu zugelassener Kfz laut Angaben des Kraftfahrtbundesamts). In 2017 und Januar 2018 steigen die CO2-Emissionen wieder! Wenn man den
zunehmenden Anteil der Elektrofahrzeuge (blaue Linie, rechte y-Achse) herausrechnet, stellt man fest, dass
die Fossil-PKW sogar noch dreckiger werden: 2018 sind die Emissionen höher als noch 2015 (hellgraue
Linie). Korrigiert man die (geschönten!) Laborwerte mit den realen Mehremissionen, die vom ICCT in einer
Metastudie ermittelt wurden, ist festzustellen, dass die CO2-Emissionen von Neufahrzeugen seit fast 10
Jahren konstant sind: die Emissionen waren 2017 höher als 2009!
Die Automobilindustrie hat ein Jahrzehnt lang versagt!

 

Der schnelle Ausbau erneuerbarer Energien für Elektrofahrzeuge ist
dringend erforderlich! Die durchschnittlichen CO2-Emissionen neu zugelassener Fahrzeuge steigen. Dies gilt sowohl für die Laborwerte (NEFZ-Zyklus), als auch im realen Betrieb. Seit rund 10 Jahren konnte die Automobilindustrie keinen Beitrag zu CO2-Minderung und Klimaschutz leisten. Grund hierfür ist sicherlich, dass die Autos immer überdimensionierter und unförmiger werden.

Elektrofahrzeuge könnten die CO2-Emissionen
stark reduzieren, aber nur dann, wenn deren Strombedarf
ausschließlich mit Erneuerbare-Energien-Anlagen erzeugt wird. Deren
Ausbau wird seit Jahren von der Bundesregierung behindert. Um die
Erneuerbaren Energien im notwendigen Umfang ausbauen zu
können, muss die Bundesregierung ihre Blockadehaltung bei der
Energiewende beenden und beim Klimaschutz Tempo machen.
Die breite Öffentlichkeit glaubt, dass Autos „immer sauberer“ werden. Das
dies zumindest für die CO2-Emissionen ein Irrglauben ist, zeigen jetzt auch
die Zahlen des Kraftfahrtbundesamts (KBA) für das Jahr 2017: die
durchschnittlichen CO2-Emissionen der neu zugelassenen Fahrzeuge
steigen! Dies mag teilweise auch dem abnehmenden Diesel-Anteil
geschuldet sein, ist vor allem aber auf die sinkende Effizienz von PKW
zurückzuführen: um einen Menschen mit 80 kg von A nach B zu bewegen,
werden mittlerweile oft 2 Tonnen an überdimensioniertem Fahrzeug mit
einem Verbrennungsmotor angetrieben, der mit einem Wirkungsgrad von
rund 20% zum Vortrieb genutzt wird, und mit den restlichen 80% ein wenig
der Fahrgastraum und vor allem das Klima aufheizt.

CO2-Emissionen steigen – Elektromobilität braucht Erneuerbare Energien
Doch es kommt noch schlimmer: da die Hersteller seit Jahren „Grauzonen“
für die Bestimmung der CO2-Emissionen immer weiter ausreizen, sanken
seit 10 Jahren die CO2-Emissionen nur noch auf dem Papier. Die
unabhängige, nicht gewinnorientierte Organisation „The International
Council on Clean Transportation“ (ICCT) zeigt seit Jahren, dass die realen
Kraftstoffverbräuche und CO2-Emissionen sich immer weiter von den
Laborwerten entfernen. Zuletzt wurden für das Jahr 2016 Mehrverbräuche
und -emissionen von rund 42% festgestellt (Quelle: ICCT).
Überdurchschnittlich hohe Abweichungen finden sich auch bei deutschen
Premiumherstellern wie Daimler, BMW und Audi (Quelle: ICCT).
Fakt ist: Das KBA veröffentlicht regelmäßig die „offiziellen“ Emissionen
neuzugelassener Kraftfahrzeuge. Korrigiert man diese Werte mit den
veröffentlichten Abweichungen zwischen Abgaswerten aus dem Labor und
denen im realen Fahrbetrieb, so stellt man fest, dass die realen
Emissionen der Neufahrzeugflotte im Jahr 2017 höher waren, als die
Emissionen im Jahr 2009. Fast 10 Jahre lang hat die Automobilindustrie
faktisch keinen Beitrag zum Klimaschutz geliefert. Dieses Versagen
belastet das Vertrauen in diese Schlüsselindustrie sehr.

 

 

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