Windkraft im Haslacher Forst - Bürger wollen das nicht akzeptieren und setzen sich zur Wehr

Windkraft im Haslacher Forst - Bürger wollen das nicht akzeptieren und setzen sich zur Wehr

Nandlstadt

Nandlstadt, 09.03.2018 (sia).

von links: Gerhard Penger, Diplom-Physiker Hermann Gottschalk, Dr. Fiedrich Buer

Der Andrang am Donnerstagabend war riesig. In weiser Voraussicht hatte die Bürgerinitiative „Windwahnsinn“ Nandlstadt/Au die Info-Veranstaltung kurzfristig in die größere Turnhalle der Mittelschule verlegt. Zwei Windräder mit 199 Metern Höhe sollen im Haslacher Forst gebaut werden, aber das wollen sich Anwohner und Bürger nicht gefallen lassen.

 


 

Bürger aus Nandlstadt und Au, speziell auch aus den betroffenen Ortsteilen haben sich relativ spontan zusammen getan, um sich gegen den Bau der zwei Windkrafträder zur Wehr zu setzen. Gerhard Penger von der Bürgerinitiative begrüßte die anwesenden Bürger und freute sich über die „umwerfende Resonanz“. Bürgermeister Jakob Hartl sowie Bürgermeister Karl Ecker mit zahlreichen Gemeinderäten und AfD-MdB Johannes Huber waren ebenfalls unter den Zuhörern, allerdings glänzten umliegende Bürgermeister und der angekündigte MdB Erich Irlstorfer mit Abwesenheit.
Wir sind alle bereit, Opfer zu bringen, aber nicht für eine unsinnige Sache. Wir sind auch nicht gegen erneuerbare Energien, lassen es uns aber nicht nehmen, unsere Meinung zu sagen, stellte Penger klar. Nach der aktuellen Rechtslage, der 10H-Regelung wäre es nicht möglich, die Windräder zu bauen, da geht es rein ums Geschäft. Wir sind nicht bereit, das zu akzeptieren, die Windräder verschandeln unsere Landschaft, zerstören die Natur und gefährden die Gesundheit unserer Kinder.

 


 

Technische Aspekte der Windenergienutzung

Eingeladen war der Diplom-Physiker Hermann Gottschalk aus Pinzberg, der erläuterte, was es mit Sonnen- und Windkraft auf sich hat. Strom muss bei uns jederzeit bei gleichbleibender Leistung gewährleistet sein und bezahlbar bleiben. Strom aus Windkraft ist unstet, bedeutet, dass er eben nicht immer in gleichbleibendem Maße verfügbar ist. In dem Moment in dem der Strom benötigt wird, alleine durch Wind- und Sonnenenergie aber nicht geliefert werden kann, muss irgendjemand dieses Defizit auffangen, also müssen wir mit Strom aus Atomkraft ausgleichen. Das Problem kann auch nicht durch den Bau von mehr Windrädern behoben werden, der Wind weht nicht immer überall gleich, irgendwo ist immer ein Defizit. Die nächste Überlegung wäre, den Strom zu speichern, wenn man aber die Größenordnung betrachtet, ist das nicht realisierbar. Das Speicherproblem werden wir auch in den nächsten 20 Jahren nicht lösen können, so Gottschalk. Das funktioniert nicht, wir müssen mit konventionellen Kraftwerken unseren Strom realisieren. Alleine mit Windkraft und Photovoltaik können wir keine Stromversorgung aufrecht erhalten. Als nächstes sprach Gottschalk den CO2 Ausstoß an. Wenn wir unseren Strom komplett aus erneuerbaren Energien nutzen würden, würde sich der weltweite CO2-Ausstoß um gerade mal 2 Prozent verringern. Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein.

 

 

Windräder - Auswirkungen auf Mensch und Natur

Als zweiten Referenten hatte die Bürgerinitiative den freien Biologen Dr. Friedrich Buer aus Neustadt a. d. Aisch eingeladen, der über die Auswirkungen für Mensch und Natur berichtete. Mit 400 bis 450 Kilometern pro Stunde rotieren die Blätter eines Windrades, das sind gewaltige Geschwindigkeiten, bei denen die Vögel keine Chance haben und dagegen knallen. Tag und Nacht kommen Vögel um, so der Referent. Es ist eine einzige Katastrophe. Aber nicht nur für Tiere, sondern auch für uns Menschen sind Windkraftanlagen gefährlich. Tinnitus, Schlafstörungen und Konzentrationsstörungen durch Infraschall. Lärm den wir nicht hören können, der durch alle Wände geht und den wir nicht stoppen können, der uns aber krank macht. Umliegende Häuser und Grundstücke verlieren zwischen 30 und 40 Prozent an Wert, das bestätigen Immobilienmakler. „Wir werden enteignet“. Dazu kommt noch, wo erst einmal ein Windrad steht, kommen immer Mehrere nach. Nach dem Motto: „Wo Dreck liegt, kommt noch welcher dazu“.
Was wir hier an C02 einsparen, wird wo anders in die Luft geblasen. Wir werden unseren Atomstrom nie los. Unseren eigenen schon, aber wenn uns in Deutschland der Strom ausgeht, müssen wir teuren Strom aus Tschechien dazu kaufen. Deutschland ist umzingelt von Atomkraftwerken. Trotzdem halten wir an der Energiewende fest. „Wenn das nicht so traurig wäre, wäre es reif fürs Kabarett. Eigentlich gehört das EEG (Erneuerbares Energiegesetz) abgeschafft, aber das dürfen wir nicht sagen. Unsere Politiker wissen auch längst, dass es Mist ist“, so Buer weiter. Schlechter kann eine Politik nicht sein.

 


 

Was konkret können wir jetzt tun? Das war die Frage eines Bürgers in der anschließenden Diskussionsrunde. Weiter an die Öffentlichkeit gehen, Bürger informieren, Lokalpolitiker ansprechen, Gemeinderäte für sich gewinnen. Das wichtigste im Moment ist, dass die Gemeinden zusammenhalten und sich gegen das Landratsamt positionieren.
 

 

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