Vorbildfunktion, oder doch eher Kostensparend?

Vorbildfunktion, oder doch eher Kostensparend?

Nandlstadt

Nandlstadt, 22.04.2017 (sia).

 

Das Nandlstädter Rathaus bekommt eine neue Heizungsanlage. Ob es eine Ölbrennwertheizung oder eine Pellets-Heizung werden soll, stand auf der jüngsten Marktratssitzung zur Diskussion. Erhard Schönegge plädierte für die Pellets-Heizung als Vorbildfunktion zur Energiewende, andere Markträte hatten ausschließlich die höheren Kosten einer solchen Heizung im Fokus. Die endgültige Abstimmung mit 10:7 Stimmen war relativ knapp.


Die mittlerweile betagte Heizungsanlage im Rathaus wurde 1986 eingebaut und verbraucht 7500 Liter Heizöl pro Jahr. Peter Beck vom Planungsbüro Beck erläuterte die Fakten und stellte zwei Varianten für eine neue Heizung vor. Die 1. Variante war eine Ölbrennwertheizung, die ca. 6684 Liter Heizöl jährlich verbraucht. Das wären bei den derzeitigen Heizölpreisen Kosten in Höhe von 4000,- Euro. Als zweite Variante stellte er den Einbau einer Pellets-Heizung vor, für die jährlich 14 Tonnen Pellets benötigt werden. Die Kosten dafür betragen ca. 3.300,- Euro. Ausschlaggebend seitens des Planers sind allerdings die Mehrkosten von etwa 24.400,- Euro, die bei der Anschaffung bzw. des Einbaus einer Pellets-Heizung anfallen würden. „Aus meiner Sicht rechnet sich das nicht, für das Geld können sie viel Heizöl heizen“. Die Ölheizung hat noch dazu den Vorteil einer einfachen Handhabung. Der Nachteil ist allerdings der fehlende Anteil an erneuerbaren Energien, gab Beck zu. Sein Vorschlag war deshalb, noch zusätzlich eine Photovoltaik-Anlage mit Speicherbetrieb auf dem Dach des Rathauses zu installieren, um die Grundlast der Stromkosten abzufangen.


Erhard Schönegge konnte der Meinung des Planers nicht zustimmen, ja es war aus seiner Sicht sogar völlig unverständlich. Solar und Öl passt nicht zusammen. Das bisschen, was die Photovoltaik-Anlage bringt steht in keinem Verhältnis mit dem CO²-Ausstoß der Ölheizung. „Wir haben Vorbildfunktion in der Gemeinde und haben doch die Anforderung CO² einzusparen“. Diesmal war das einzige Gremiumsmitglied der Grünen nicht allein mit seiner Sichtweise. Andreas Hofstetter war derselben Meinung und sprach sich gegen fossile Brennstoffe aus. Momentan ist das Heizöl günstig, aber das wird bestimmt nicht so bleiben. Außerdem sah er die angesetzten Kosten für eine Pellets-Heizung viel zu hoch, „wir könnten bestimmt ein günstigeres Angebot finden“. Monika Linseisen stellte sich ebenfalls auf die Seite von Schönegge:“Wir sollten uns nicht am Geld aufhängen, ich werde auch für eine Pellets-Heizung stimmen“.


Bei Sebastian Unger stießen diese Argumente zwar auf Zustimmung, er sah aber als erste Prämisse den Umgang mit den öffentlichen Geldern. Auch Andreas Steiniger hatte Bedenken was die Wartung der Anlage betraf. Er sprach sich generell für eine Pellets-Heizung aus, auch aus eigener positiver Erfahrung, sah aber ein Problem damit im Rathaus. Michael Schranner argumentierte allein mit den höheren Anschaffungskosten, die die Bürger zu tragen hätten. Er stimmte für die Anschaffung einer Ölbrennwertheizung, ebenso seine ganze Fraktion.“Das ist Anschauungssache und hat alles sein Für und Wider, da gibt kein Richtig und Falsch“, so die Meinung von Franz Mayer. Er tendierte allerdings mehr zur Ölheizung. Die Abstimmung mit 10:7 Stimmen für den Einbau einer Ölbrennwertheizung war deshalb denkbar knapp.
 

 

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