Spritzige Gemeinderatssitzung

Spritzige Gemeinderatssitzung

Rohrbach

Rohrbach, 11.10.2017 (wk).

„Das wird heute eine spritzige Gemeinderatssitzung“, so Bürgermeister Peter Keck bei der Sitzungseröffnung, denn die meisten Themen befassten sich mit Wasser bzw. den neuen Brunnen der Wasserversorgung. Weitere Punkte waren die Änderung des Flächennutzungsplans und die Verabschiedung des Bebauungsplans für die Photovoltaik-Anlagen entlang der Autobahn.


Wie der Bürgermeister bereits in der letzten Sitzung angedeutet hatte, waren die ersten Ergebnisse der Brunnenbohrungen und Pumpversuche nicht sehr erfolgreich, denn eigentlich war eine größere Wasser-Fördermenge erwartet worden. Doch auch die Geologen können nicht zaubern, denn die Brunnen sind bis auf knapp 80 Meter gebohrt und die Versuchsbohrungen schauten früher noch gar nicht mal so schlecht aus. Doch nach einem 300-Stunden-Pumpversuch stehen die Ergebnisse soweit fest, dass die Tiefbrunnen 1 und 2 im Wald bei St. Kastl, nordwestlich von Fürholzen, bei einer 12-stündigen Pumpleistung 12 bzw. 8 Liter pro Sekunde fördern, wobei eigentlich bei beiden Brunnen jeweils über 20 Liter erwartet wurden, aber so kämen die Brunnen nur auf eine Jahresleistung von 315.000 m³ - der Verbrauch 2016 lag aber bei 450.300 m³, wobei 51.100 m³ von der Ilmtalgruppe zugekauft werden mussten. Um den geschätzten Bedarf von 560.000 m³ bis zum Jahr 2040 realisieren zu können, ist deshalb ein 3. Brunnen erforderlich; der Brunnen Waal dürfte nur im Notfall für Spitzenreserven erforderlich bleiben mit einem kleinen Wasserschutzbereich.

 
Erfreulich war nach Aussagen des Fachmannes Kwasnitschka, dass die Wasser aus Brunnen 1 und 2 St. Kastl eine hohe Qualität aufweisen – die Nitratwerte lagen unter 3 mg/Liter, in höheren Bodenschichten dagegen bei 58 mg/l; Eisen liegt unter der Nachweisgrenze und der Sauerstoffgehalt zwischen 7 bis 4 mg/l. Auch die neue notwendige Messung der Radioaktivität lag unter den Grenzwerten – Pestizide waren im Brunnenwasser nicht vorhanden. Für die Brunnenbohrung, die Ingenieurleistungen und Erkundungsbohrungen sind bisher 561.500 Euro an Kosten angefallen. Die Gemeinderäte diskutierten, ob für den 3. Brunnen vorher noch eine Probebohrung gemacht werden müsse, Experte Kwasnitschka verneinte, denn es sei ein zusätzlicher, unnützer Aufwand. Daraufhin beschloss der Gemeinderat einstimmig, die Vergabe einer 3. Brunnenbohrung mit Kosten in Höhe von ca. 240.000 Euro. Da noch Gespräche mit den Bayerischen Staatsforsten aufgenommen werden müssen, könne mit der 3. Bohrung erst Anfang 2018 gerechnet werden.


Im gleichen Zusammenhang wurde ein Auftrag an ein Ingenieurbüro vergeben, das zur Aktualisierung des Datenbestandes die an die Wasserversorgung angeschlossenen Grundstücke überprüfen soll, da sich die Beitragserhebung nach Grundstücksgröße und Geschossflächen richtet. Es handelt sich um ca. 1.260 Grundstücke in der Gemeinde. Da aber auch Teile von Reichertshofen von der „Waaler Gruppe“ versorgt werden, trägt die Gemeinde Reichertshofen mit 27.725 Euro einen Teil der Gesamtkosten in Höhe von 71.520 Euro. Das Ingenieurbüro wird die Grundeigentümer zur Information anschreiben und jemanden zur Vermessung vorbei schicken.


Ohne große Probleme wurden die Änderung des Flächennutzungs- und der neue Bebauungsplan für die Photovoltaikanlagen „Solarpark Ottersried“ entlang der Autobahn Richtung Gambach beschlossen, nachdem einige Anregungen und Bedenken von Behörden in die Planung aufgenommen wurden.
 

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