Senioren als potentielle Opfer

Senioren als potentielle Opfer

Fahlenbach

Fahlenbach, 23.02.2018 (wk).

Es kommt immer häufiger vor, dass gerade ältere Menschen Opfer von Verbrechen sind, seien es Überfälle, Diebstähle (Handtaschen bei Frauen) oder Betrug. Täter suchen sich deshalb ältere Menschen aus, weil diese körperlich und teilweise auch geistig nicht mehr so fit sind. Deshalb hatte die Seniorenbeauftragte der Gemeinde, Elfriede Schmid, einen Fachmann zu diesem Thema eingeladen.


Mit Rainer Öxler kam der Beauftragte der Polizei ins Vereinsheim Fahlenbach, da er sich zusammen mit seinem Kollegen Alfred Berger im Polizeipräsidium Ingolstadt speziell mit dem Thema Schutz der Menschen vor Kriminalität befasst und Menschen berät. Dabei ist er für Ingolstadt und die Landkreise Eichstätt, Neuburg/Schrobenhausen und Pfaffenhofen zuständig, ein Bereich mit 463.000 Einwohnern. Er ging bei seinem Vortrag auf die Bereiche Diebstahl/Raub, Enkeltrick-Betrug, windige Haustürgeschäfte, „falsche Handwerker“ und Einbruch ein.


Er bezog sich auf frühere Zeiten, in der die soziale Kontrolle in Wohngebieten noch gut funktioniert hatte, da die Menschen mehr aufeinander aufgepasst hätten, auch wenn das einigen vielleicht lästig erschienen war. Doch durch die Individualisierung und den demographischen Wandel entfällt diese soziale Kontrolle und die Menschen werden immer älter. Auch hätten viele alte Menschen ein kleines Vermögen angespart, das sie teilweise sogar zu Hause aufbewahren. Er ging zwar davon aus, dass in Fahlenbach niemand Angst davor haben müsse, dass die Handtasche geklaut würde, aber er riet trotzdem zum Beispiel beim Einkaufen immer die Tasche im Auge zu behalten und sich nicht von Fremden mit Fragen ablenken zu lassen. Zum Thema Enkeltrick hatte er einen älteren kleinen Film dabei, bei dem zu hören war, wie der Anrufer die alte Dame am Telefon aushorcht und sie überredet, für ihren angeblichen Neffen 25.000 Mark von der Bank zu holen und jemandem zu geben. Die Täter suchen sich gezielt „alte“ Vornamen heraus, um telefonisch Kontakt aufzunehmen, warnte er. Deshalb solle sich niemand auf solche Gespräche einlassen
Er warnte davor, Geld von Automaten außerhalb eines Bankgebäudes abzuheben, sondern empfahl dies immer im Gebäude zu tun. Auch warnte er, jemanden Fremdes in die Wohnung zu lassen, weil diese Person um Wasser bittet. „Wasser gibt es überall, und eine kleine Flasche kann sich jemand für einige Cent auch im Laden kaufen“, so Öxler. Auch angebliche Handwerker, die unangemeldet an der Tür erscheinen, solle niemand herein lassen. Im Notfall hilft immer eine Rückfrage beim Vermieter. Und gegen Einbruch können sich die Menschen ebenfalls mit Technischen Hilfsmitteln schützen. Dazu könne jeder die Polizei um Beratung bitten, die auch ins Haus kommen, nur sollte man aufpassen, keine falschen Polizisten ins Haus zu lassen und sich nicht nur den Ausweis kurz zeigen lassen, sondern genau untersuchen. Außerdem melde die Polizei sich vorher richtig an und bei Unsicherheit solle man gerne bei der Polizei unter der offiziellen Telefonnummer nachfragen.
 

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