Asyl in der Kaserne?
In der Oberstimmer Max-Immelmann-Kaserne sollen womöglich Asylbewerber und Flüchtlinge untergebracht werden. Diese Überlegung äußerte Pfaffenhofens Landrat Martin Wolf (CSU) heute in einer Pressemitteilung.
"Wenn der Zustrom von Asylbewerbern und Flüchtlingen so weitergeht wie bisher - wovon auszugehen ist – werden der Landkreis und die Gemeinden ... jedoch an ihre Grenzen stoßen", so der Kreischef. "Wir sind daher bereit, uns an Gesprächen zur Frage einer Unterbringung von Asylbewerbern und Flüchtlingen in der Max-Immelmann-Kaserne in Manching-Oberstimm zu beteiligen." Entscheidend dabei sei die Größenordnung der Belegung vor dem Hintergrund eines langfristigen Entwicklungskonzepts für die Kaserne. "Es ist daher sorgfältig zu prüfen, welche Kasernenteile sich zuvorderst für die Unterbringung anbieten und welche anderweitig genutzt werden sollen", so Wolf.
Schließlich gehe es auch um eine Abstimmung der betroffenen Landkreise, der betroffenen Gemeinden und der Stadt Ingolstadt. Vor diesem Hintergrund sei insbesondere die Frage zu prüfen, ob die Sammelunterkunft für Asylbewerber und Flüchtlinge in Neuburg tatsächlich aufgelöst werden soll.
"Vor dem Hintergrund der immer größer werdenden Zuwanderungswelle und der Diskussion zur Nutzung der Max-Immelmann-Kaserne als Gemeinschaftsunterkunft muss die Schließung der Sammelunterkunft in Neuburg hinterfragt werden." Es könne nicht sein, "dass Neuburg geschlossen wird und Manching–Oberstimm als neue zentrale Sammelunterkunft aufgebaut wird."
Derzeit seien im Landkreis Pfaffenhofen rund 370 Personen in 33 Wohnungen untergebracht. Nach einer Prognose der Regierung von Oberbayern sollen es bis zum Jahresende 2014 rund 550 Menschen sein. Das Landratsamt Pfaffenhofen sei mit seiner bisherigen Strategie, die darauf ausgerichtet sei, die hier ankommenden Menschen dezentral in kleineren Wohneinheiten unterzubringen, gut gefahren.
"Dies war bisher Dank der großen Solidarität der Bevölkerung und der Bürgermeister sowie Stadt–, Marktgemeinde– und Gemeinderäte einvernehmlich möglich."
Die Mitarbeiter des Ausländeramts und des Sozialamts hätten bisher bei allen Zuweisungen von neu ankommenden Asylbewerbern und Flüchtlingen eine Unterkunft gefunden. Neben den beauftragten Beschäftigten des Landratsamts und der Kommunen kümmerten sich sowohl die Caritas als auch sehr engagierte ehrenamtliche Helferkreise um die Betreuung der hier ankommenden Menschen "mit großem und lobenswerten Engagement."
Unlängst hoffte Wolf noch darauf, auf größer angelegte Sammelunterkünfte im Landkreis verzichten zu können. Bei einer Informationsveranstaltung zum Thema Asyl in Gebrontshausen vor einer Woche war der Kreischef noch auf kleinere Dimensionen eingestellt und rechnete im äußersten Fall mit dem Einsatz von Wohncontainern: "Sollten uns keine Wohnungen mehr angeboten werden, müssen wir auf Wohncontainer mit einer Belegung bis zu 40 Personen zurückgreifen."
Auch der CSU-Landtagsabgeordnete Karl Straub plädierte in der Vergangenheit für eine dezentrale Unterbringung. Gegenüber Hallertau.info sagte Straub in einem Interview: "Eine Massenunterbringung ist unbedingt zu verhindern." Deshalb sei auch die Max-Immelmann-Kaserne keine in der Praxis geeignete Option.
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