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Versorgung schwerstkranker Menschen soll verbessert werden

(Pfaffenhofen, wk)

Der Kreisausschuss des Landkreises befasste sich mit dem Konzept, die ambulante spezialisierte Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen (Palliativversorgung) im Landkreis zu verbessern. Während im Norden des Landkreises durch das Klinikum Ingolstadt bereits eine Versorgungsmöglichkeit besteht, soll die Palliativversorgung für den gesamten Landkreis ausgebaut werden. Dazu soll ein Kooperationsvertrag mit der spezialisierten Palliativversorgung Region 10 in Ingolstadt abgeschlossen werden.

Landrat Martin Wolf (Mitte)
Palliativmedizin bedeutet umfassende Betreuung von Menschen mit einer nicht heilbaren, weit fortgeschrittenen Erkrankung, die nur noch eine begrenzte Lebenserwartung zulässt. Dabei steht im Vordergrund, dass Patienten wie Angehörige umfassend betreut und begleitet werden. Die Lebensqualität der Betroffenen soll erhalten oder verbessert werden, mit dem Ziel, ihnen ein möglichst erfülltes und beschwerdearmes Leben zu ermöglichen. Die Palliativmedizin lindert deshalb nicht nur körperliche Leiden sondern auch geistige und seelische Probleme, außerdem bietet sie Hilfe bei der Lösung sozialer und praktischer Fragen. Und die ambulante Palliativversorgung hilft diesen schwerkranken Menschen in Würde zu Hause oder auch in Pflegeheimen zu sterben.
Für den Landkreis ist eine ambulante Palliativversorgung vorgesehen, die durch speziell ausgebildete Fachkräfte (Pfleger und Ärzte) durchgeführt wird. Unterstützung erfahren die Fachkräfte von Mitgliedern des Hospizvereins, die bereits ihre Bereitschaft zur Mitarbeit signalisiert hatten. Die ambulante Palliativpflege ist bestrebt, mit allen anderen Pflege- und Dienstleistungspartnern zusammen zu arbeiten. Abgerechnet werden die Leistungen mit der Krankenkasse der Patienten. Landrat Martin Wolf betonte, dass die Zusammenarbeit mit Ingolstadt nicht nur wegen der bestehenden qualifizierten Palliativpflege sinnvoll sei, sondern weil die Krankenkassen die Kosten nur übernehmen, wenn eine Bevölkerungszahl von 250.000 Einwohnern betreut wird. Da aber die Ausweitung der ambulanten Pflege auf den Landkreis bei Palliativpflege Region 10 GmbH zu einem Mehraufwand führt, ist der Landkreis zu einer Anschubfinanzierung von 10.000 Euro bereit, die anteilig zurückgezahlt werden müssen, wenn die Pflegeleistung vor Ablauf von vier Jahren eingestellt wird.
Für Landrat Martin Wolf ist dieser Schritt in Richtung bessere Pflege ein Stück mehr Menschlichkeit und kann die Hin-und Herschieberei zwischen Klinik, zu Hause, Klinik deutlich für die Schwerstkranken verbessern und hilft auch den Angehörigen. „Wir haben hier mit wenig Geld eine große Wirkung“, so Wolf.


 

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